Karwendelrunde: Mit dem Rad durch Samertal und Hinterautal l

(verfasst von Bert_1 am Mo 20. Aug. 2007)

Von Scharnitz über die Pfeis ins Stempeljoch und über Wilde Bande Steig und Lafatscherjoch aufs Hallerangerhaus und zurück nach Scharnitz

Der Samstag verspricht der Tag am Wochenende zu werden an dem das Wetter am besten sein soll. Also beschließen wir unsere eigentlich für Sonntag vorgesehene Radltour auf Samstag vorzuziehen. In der Früh ist es noch wolkig, aber als wir um halb zehn Uhr in Scharnitz starten scheint die Sonne aus blauem Himmel. Nur wenige Wolkenreste umgrenzen die Gipfel von Karwendel und Wetterstein. Gemütlich radeln wir los – angenehm flach fahren wir ins Samertal das südlichste der drei großen Karwendeltäler hinein.

Landschaftlich ein phantastischer Fleck Erde! Umgrenzt von den schroffen Kalkgipfeln von Nordkette und Gleirschkamm liegt dieses stille und so einsame Tal da, durchströmt von einem glasklaren Bächlein das sich durch wildromantische Wiesen und Wälder schlängelt. Es ist erstaunlich wie viel Natur und Einsamkeit man im Karwendel finden kann, trotzdem das Gebirge durch Straßen, Wege, Almen und Hütten so gut erschlossen ist.

Der Kiesweg führt uns an der Möselalm vorbei immer dem Gleirschbach folgend bis wir an den Steilaufschwung vor der Pfeishütte kommen. Die Hütte ist von hier aus schon sichtbar, aber noch trennen uns anstrengende 350 Höhenmeter von diesem Zwischenziel. Und die habens in sich! Der Weg wird steil und sehr schotterig. Immer wieder drehen die Reifen im losen Kies durch, zwingen mich zum Absetzen und neu anfahren. Der Anstieg verlang alles ab an Kondition und Kraft was ich zu bieten habe. Dieser verdammte Stolz alles fahren zu müssen, nur nicht absteigen auf so einer Forststraße, auch wenn’s mit schieben schneller und leichter ginge!

Endlich ist die Hütte erreicht und wir halten kurze Rast. Aber bald schon geht es weiter, nun auf schmalem Steig in Richtung Stempeljoch. Das fahren ist hier nicht weniger anstrengend, aber der Stolz ist nun ein Stück weit besiegt und ich schiebe das Rad in den steilen und blockigen Passagen. Am Joch angekommen entscheiden wir die Biketour in eine Bike und Hike- Unternehmung umzuwandeln und noch den Gipfel der Stempeljochspitze mitzunehmen. Nach einer guten halben Stunde weglosen Aufstiegs haben wir den Gipfel erreicht, können die tolle Aussicht auf dieses so einmalige Gebirge genießen

Wir haben auch erste Einblicke in den Weiterweg. Ein steiler Steig führt durch ein Geröllfeld auf der anderen Seite hinab, da hilf nur das Rad schultern und irgendwie runter. Dann folgt der unter Radfahrern schon fast berüchtigte Wild Bande Steig, ein schmaler Weg, der sich auf einem Felsband recht ausgesetzt hinein ins Lafatscherjoch zieht. Mir gefällt der Steig sehr gut, immer wieder wage ich ein Stück zu fahren ehe mich Felsstufen, Wurzeln oder einfach die Nerven wieder zum Schieben zwingen.

Schließlich kommen wir durchaus erschöpft von Sonne und den inzwischen zahlreichen Höhenmetern im Joch an. Die Abfahrt auf Hallerangerhaus bietet alles was man sich wünschen kann! Steile Felsplatten, verblockte Schotterwege und kurze Passagen in Geröllfeldern. Nach einer kurzen Stärkung auf der Sonnenterrasse der Hütte fahren wir weiter. Zunächst auf steiler, schotteriger Forststraße hinunter und dann durch das wieder recht Flache Hinterautal zurück nach Scharnitz.

Für uns gilt es hier noch die letzten 35km zurück nach Innsbruck zurückzulegen, und die ziehen sich ganz schön! Mit Auto oder Zug ist mir noch nie aufgefallen, wie weit des zwischen Scharznitz und Seefeld noch bergauf geht! Dann noch den Zirler Berg runter und am Radweg entlang des Inns nach Innsbruck zurück. Müde und hungrig von diesem langen und anstrengenden Tag erreichen wir Abendessen und Feierabendhalbe um kurz vor acht Uhr. 80 km und gut 2000 Höhenmeter – dafür dass es eigentlich als kleine Ausfahrt geplant war eine ganz ordentliche Leistung!

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