Sportarten20.11.08
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Drei Freundinnen auf Entdeckungsreise im Land der Wikinger(verfasst von maestro am Do 8. Jun. 2006)
Teil III ![]() Jemanden, der die Rinne in den letzten Monaten gefahren ist, haben wir nicht gefunden. Über Wetterberichte, Gespräche mit den vereinzelten Freeridern im Gebiet von Narvik, eine genaue Inspektion des Lawinenkegels von unten, eine Routenbeschreibung und - wie könnte es anders sein - Tipps von Kjetil konnten wir zumindest ein paar Fragen aus dem Weg räumen – doch der Zweifel an der Machbarkeit unseres Vorhabens blieb.
![]() Wir entschlossen uns dennoch den Versuch zu wagen. Zwei Tage später brachen wir um 4 Uhr morgens auf. Noch müden Schrittes mussten wir uns am Anfang des Aufstieges, der auf Meeresniveau beginnt, durch Wald und Sträucher kämpfen. Tanja und ich trauten unseren Augen kaum, als wir auf den ersten paarhundert Metern im Schnee riesige Bärenspuren ausmachten.
![]() Hoffentlich haben Bären so früh noch keinen Hunger! Durch die markante Form und Umgebung unseres Zieles, blieb es während des gesamten Aufstieges relativ einfach den besten Weg dorthin zu finden. Unser Bergfex Gitti zog unbeirrt ihre Spur und kam als erstes gegen 10 Uhr oben an. Mutig stellte sie sich auf einen Felsen vor der Wechte, um einen besseren Überblick über die Lage zu bekommen.
![]() Tanja, die nicht schwindelfrei ist, sicherte sich hingegen lieber erst Mal einen festeren Standplatz ein paar Meter von allen Abgründen entfernt. Ich kämpfte mit ähnlichen Problemen und Gefühlen in der Magengegend.
![]() Als wir dann einen perfekten Einstieg zur rechten Seite der Wechte ausgemacht hatten und damit einer Befahrung der Rinne nichts mehr im Wege stand, wichen Angst und Schwindelgefühl einer großen Euphorie. Die Aussicht auf den gut einen Kilometer weiter unten liegenden Fjord war atemberaubend. Beim Anblick des unberührten Schnees, wagte ich sogar von ein paar Powderturns an diesem einzigartigen Ort zu träumen. Die zwei Mädels ließen mir großzügig den Vortritt. Mit dem Bewusstsein der Einmaligkeit dieses Momentes dropte ich in den über 40 Grad steilen Hang. Meine Hoffnung bewahrheitete sich nicht.
![]() Der Schnee war beinhart. Doch schon ein kurzes Stück weiter unten wurden wir von tollen Sulzschneebedingungen positiv überrascht. Zeit für Pausen, um die traumhafte Aussicht in der Rinne zu auszukosten blieb kaum. Zu jedem Zeitpunkt saß uns die Gefahr eines Steinschlages unterhalb der hunderte von Metern hohen Wand im Nacken. Es war ein Rausch für die Sinne.
![]() Während wir uns einen sicheren Weg nach untern spurten, aufmerksam krachenden Geräuschen als Warnsignal für herunterkommende Eisballen lauschten und unsere Schwünge genossen, war es unmöglich nicht dauernd, die sich permanent verändernde Perspektive entlang der Felswand auf den dunkelblauen Fjord im Auge zu behalten.
![]() Als wir drei am letzen Ausläufer des Schneefeldes hinter einem Felsblock wieder zusammen kamen war die Begeisterung gewaltig. Das Gefühl sich gerade mit den besten Snowboard Freunden einen Traum verwirklicht zu haben trieb uns allen ein breites Grinsen ins Gesicht. Wann geht man schon am Meer entlang in einer einzigartigen Natur von einer Snowboard Tour zurück?
![]() ![]() ![]() Alle diese Bilder dürfen nur mit schriftlicher Erlaubnis der Copyrightinhaber verwendet werden!
© (Visual Impact/Rainer Eder)
© (Gittto)
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