Oberaletsch - Verlängertes Tourenwoche zwischen Wallis und Berner Oberland 2

(verfasst von Bert_1 am Do 12. Jun. 2008)

Von der Oberaletschhütte über Breithorn (3781m) und Nesthorn (3821m) auf die Batschiederklause und von dort über das Bietschhorn (bis P. 3706) ins Lötschental

Der Hüttenwirt hat uns eine halbe Stunde Schlaf mehr zugestanden. Dennoch ist es erst kurz nach vier Uhr, als wir die Hütte verlassen und mit den Schiern hinab auf die Gletscherzunge fahren. Dann geht es zunächst flach bis dahin, wo die Zunge des Beichgletscher aufhört und in einen steilen, zerklüfteten Eisbruch, der auf der Nordewestseite von Nesthorn und Breithorn nach unten bricht.

Wie so oft findet sich aber eine überraschend gute Aufstiegsspur über eine Rampe zwischen einigen großen Seraks und bald haben wir das flachere Gelände zwischen den beiden Gipfeln erreicht. Kurzerhand entschließen wir uns noch das Breithorn anzuhängen, bevor wir das eigentliche Tagesziel, das Nesthorn besteigen. Unschwierig geht es auf den Vorgipfel des Breithorns, dann über sanfte Gletscherhänge zurück ins Gredetschjoch.

Hier lassen wir Schi und Rucksäcke zurück und steigen die letzten Höhenmeter mit Steigeisen und Pickel auf dem mäßig schwierigen, aber zum Teil recht exponierten Grad zum Gipfel. Viel Zeit bleibt nicht um zu verweilen, zu viel haben wir noch vor uns. Also steigen wir ab und Fahren vom Joch in Richtung Süden ab. Dann gilt es noch mal kurz in die Batschiederlücke aufzusteigen, um dann ins nächste Tal und auf die Batschiederklause, unsere Unterkunft für die Nacht zu kommen.

Nach etwas heiklem abklettern durch die schmale Schneerinne im Westen der Lücke und einer schon recht weichen Querung kommen wir auf die herrlich gelegne, zu dieser Jahreszeit aber unbewartete Hütte. Im Angesicht der Bietschhorn Ostwand genießen wir den Nachmittag und schmieden Pläne für die beste Aufstiegsroute am nächsten Tag.

Wir brechen spät auf. Viel ist es nicht, was wir heute im Aufstieg bewältigen müssen, aber spannend. Weil wir Spuren vom Vortag entdeckt hatten entscheiden wir uns gegen die, von mir favorisierte Route durch das zweite Nordostcouloir und folgen dem Sommerweg. Durch die steile Nordostflanke erreichen wir dank guter Spur und gutem Trittfirn schnell den Nordostgrat. Von hier geht es etwas exponierter weiter, bis wir bei Punkt 3706 auf den Nordgrat treffen.

Ungemein exponiert ist der weitere Verlauf der Route. Die eine Seite des Grates ist exponiertes Blankeis, der Fels auf der anderen Seite sieht recht brüchig aus. Ich würde gerne weiter, aber die anderen haben ein ungutes Gefühl und so beschießen wir kein Risiko einzugehen und die Tour abzubrechen. Zum Glück haben wir die Schi bis hier herauf getragen und so können wir wenigstens die steile Flanke abfahren.

Zurück am Wandfuß, queren wir in Richtung Baltschiederjoch, biegen aber vorher nach Westen ab und fahren durch eine steile Rinne auf den Birchgletscher und dann in einer Lawinenrinne weiter so weit die Schi auf den letzen Schneeresten noch tragen hinab ins Lötschental. Die letzten Meter nach Blatten müssen wir dennoch zu Fuß zurücklegen. Von Blatten bringt uns das Postauto zum Bahnhof nach Goppenstein, von wo wir nach einer rundum gelungenen Tour in einer wunderschönen Gegend die Heimreise antreten.

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