Oberaletsch - Verlängertes Tourenwoche zwischen Wallis und Berner Oberland 1

(verfasst von Bert_1 am Do 12. Jun. 2008)

Von Blatten auf die Oberaletschhütte (2640m) und auf das Oberaletschhorn (4193m)

Die doch recht langwierige Anreise haben wir zum Glück schon am Vorabend hinter uns gebracht, so dass wir heute gar nicht so früh aufstehen müssen. Schließlich ist es neun Uhr, als wir mit dem Auto in Brig im Wallis starten und über ein enges, kurvenreiches Sträßchen zur Blatten hinauffahren.

Von hier aus geht es auf letzten Schneeresten erst mal ein gutes Stück zu Fuß ins Schigebiet Belalp. Dort können wir auch einen ersten Blick auf den wohl bekanntesten Gletscher der Alpen, den Großen Aletschgletscher erhaschen. Von hier geht es in einer waghalsigen, ausgesetzten Querung hinab in das Gletschervorfeld des Oberaletschgletschers und dann weiter flach hinein über die lang gestreckte Zunge des Gletschers.

Schon von weitem haben wir unser Tagesziel, die Oberaletschhütte gesehen, die auf einem Felsvorsprung gute hundert Meter über dem Gletscher thront. Dieses letzte Stück des Hüttenzustiegs durch eine fast senkrechte Felswand, gilt es im versicherten Klettersteig zu Fuß zu bewältigen. Aber oben angekommen entschädigt die tolle Aussicht auf die umliegenden Berggipfel und die Tiefsicht auf die umgebenden Gletscher für die Aufstiegsmühen.

Obwohl wir uns lange dagegen gewehrt hatte, so früh aufzustehen, ist es doch erst halb vier Uhr morgens, als wir beim Frühstück sitzen. Mit Horrorgeschichten, über benötigte Aufstiegszeiten zum Gipfel des Oberaletschhorns – 12 Stunden habe am Vortag eine Gruppe gebraucht – und mit Androhungen, später kein Frühstück zu bekommen, zwingt uns das Wirtspaar zum frühen Aufbruch.

Und sie hatten nicht ganz Unrecht – natürlich brauchten wir keine 12 Stunden auf den Gipfel, aber eine Stunde länger als wir dachten dann doch. Der Aufstieg auf den, das Gebiet beherrschenden Viertausender beginnt mit Stau im Abstieg durch den Klettersteig. Aber sobald wir unten angekommen, die Schi an den Füssen haben, bringen wir schnell Abstand zwischen uns und die wenigen anderen Gruppen die auf dem Weg zum Oberaletschhorn sind.

Nach einem flachen Anmarsch über den Gletscher geht es im ersten Morgengrauen über steile Gletscherhänge hinauf zum Fuß des Südsporns. Hier müssen die Schier den Steigeisen weichen, wir nehmen sie noch ein Stück auf dem Rücken mit, um eine steile Rinne etwas weiter oben abzufahren. Nach einer Stunde leichter Kletterei und Stapferei erreichen wir den Gipfel. Ein schöner Ausblick auf das Berneroberland, auf Eiger, Mönch und Jungfrau und das Finsteraarhorn bietet sich uns. Auch alle namhaften Gipfel des Wallis reihen sich im Süden auf.

Und trotzdem waren wir zu schnell. Es ist gerade Mal 9 Uhr als wir den Gipfel betreten, viel zu früh dafür, dass der hart gefrorene Schnee auffirnt. Also steigen wir zurück ab zum Schidepot und warten dort, nutzen die Zeit für ein ausgedehntes Mittagsschäfchen. Dann halten wir es nicht mehr länger aus, beschließen abzufahren. Die ersten Hänge sind bock hart, aber dann ist er endlich da, der erhoffte Firn. Die herrliche Abfahrt schließen wir mit einer Aufstiegsvariante über ein Schneeband nördlich der Hütte ab, so dass wir uns diesmal (und auch morgen) den Klettersteig ersparen.

wies weitergeht - siehe Teil 2

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