Schitourenwochenende im Grialetschgebiet 1

(Szerkesztette Bert_1 cs 24. ápr. 2008)

Grialetschhütte (2542m) und Piz Sasura (3178m), Viel flach oder auf der Suche nach gutem Schnee

Der etwas ungewisse Wetterbericht hat uns davon abgehalten, eine Unternehmung weiter weg zu starten, also geht’s wieder in die Berge vor der Haustüre, ein gutes Projekt ist schnell gefunden, Ziel des Wochenende ist es einige schöne Touren im Grialetschgebiet zu unternehmen und als Krönung den Piz Vadrett zu besteigen.

Um halb acht - für die Jahreszeit spät - starten wir am Teufi im Dischmatal. Es ist genug Schnee vorhanden, aber die Fahrstraße, die bis ins Ende des Tales führt ist bereits geräumt. Schlecht für den Schifahrer, weil mit dem Auto darf man noch nicht hineinfahren, mit den Schiern geht’s aber auch nicht mehr. Lang und flach, kilometerlang startet diese Tour. Zunächst mit den Schi auf dem Buckel, später dann neben der Strasse wandern wir ins Tal hinein – ein Fahrrad, das wärs.

Schwer wiegen die Rucksäcke, schließlich haben wir sowohl Gletscher- und Kletterausrüstung, als auch Proviant und Übernachtungsequipment für die Hütte dabei. Endlich sind wir im Talschluss angelangt und steigen nun mäßig steil nach Osten hin auf in Richtung Hütte. Für mich ist es hier zwar nichts neues, ich hatte den Hüttenanstieg bereits einige Wochen vorher gemacht, aber landschaftlich beeindruckt mich das Gletscherbecken in dem die Hütte liegt doch wieder sehr.

Dummerweise kommt der Hüttenwart erst auf der Hütte an, als wir schon da sind. Also ist das Wasser noch nicht aufgedreht und wir können die Trinkflaschen nicht auffüllen. Aber die Zeit drängt, wenn wir noch etwas unternehmen wollen und so ziehen wir mit dem wenigen Wasser, das uns geblieben ist weiter in Richtung Piz Sasura. Zunächst steigen wir in Richtung Vadrettglescher auf, dann beginnt eine weite Querung, hügelauf, hügelab, immer flach. Der Piz Sasura wird im SAC-Führer als der lohnendster Schiberg der Gegend beschrieben, eine Meinung die ich kaum teilen kann, denn in erster Linie besteht der Weg zu diesem Berg aus einer langen, flachen Querung.

Wir sind die einzigen, die hier heute unterwegs sind. Also müssen wir die Spur auch selbst legen. Das ist in der diffusen Sicht und in dem welligen Gelände gar nicht so einfach. Nach wie mir vorkommt schier unendlicher Zeit sind wir schließlich am Fuß des Gipfels angelangt und steigen über den Osthang nach oben in die Furca Barlasch. Hier erwartet uns eine Überraschung, denn die letzten Meter sind keineswegs der leicht zu bewältigenden Hang mit dem wir gerechnet hatten.

Vielmehr scheint der Wind hier so sehr gewütet zu haben, dass die ganze Flanke aus einer gut 40° steilen Windharschschicht besteht. Mit Schi ist das nicht zu bewältigen und so bleibt uns nichts anderes, als zu Fuß über den Nordwestgrat zum Gipfel zu steigen. Wir bleiben nicht lange am Gipfel, wollen das Sonnenfenster das sich eben auftut ausnutzen um bei guter Sicht abzufahren.

Leider bietet die Abfahrt, die zwar durchaus über ganz nette Hänge geht auch nicht allzu viel – zu schlecht ist hier der Schnee. Zu allem Überfluss wartet zu guter Letzt noch ein kurzer Gegenanstieg zurück zur Hütte, in dem mittlerweile arg dehydrierten Zustand, in dem wir uns befinden, alles andere als ein Spaß. Aber schließlich ist auch das geschafft und vor uns liegt nur noch ein gemütlicher Hüttenabend auf der schönen, heute nur von wenigen Gästen besuchten Hütte.

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