Sportarten20.11.08
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Schiwandern in Norwegen(verfasst von brezen am Do 8. Nov. 2007)
Einsamkeit und Gemütlichkeit im Schneeparadies ![]() Norwegen- hier hat man keine Probleme, dass der Schnee einmal nicht langt. Letzte Saison hatte ich bis zu 13 Meter unter den Schiern- und habe teilweise mehr als einen Meter Neuschnee in 2 Tagen fallen sehen. Und das Land hat etwas ganz besonderes zu bieten neben den passenden klimatischen Bedingungen: Ein unglaublich gutes Netz an Selbstversorgerhütten.
![]() Diese Hütten sind ganz verschieden ausgestattet, von ganz einfach mit kleinem Ofen und Lager für 4 Personen bis zu warmen Wasser, Strom, Kachelofen, elektrischer Herd, große Stube, Betten… oft ist sogar Proviant vorhanden, der gegen einen (für norwegische Verhältnisse) fairen Preis verbraucht werden kann.
![]() Gerade in der landschaftlich sehr beeindruckenden Hardanger Vidda sind sehr viele Hütten offen, und man kann nach belieben Mehrtagestouren von Hütte zu Hütte oder auch einfach von einem festen Stützpunkt unternehmen. Die beste Zeit für längere Touren ist sicher das Frühjahr, wenn die Einheimischen die längeren bekannten und oft begangenen Routen auch schon mit Strecken markiert haben. Doch auch im Hochwinter hat es hier seinen Reiz.
![]() Aber Vorsicht ist geboten bei schlechtem Wetter, das oft sehr überraschend hereinbricht: Auf der Hochfläche gibt es fast keine Orientierungsmöglichkeiten und ohne Kompass oder GPS ist man schnell verloren. Eine Notausrüstung mit Biwakmöglichkeit oder ähnliches sollte immer mitgeführt werden- Handyempfang ist nur teilweise möglich. Die Norweger sind typischerweise mit ihren „Telemark“- Schi unterwegs- einer Mischung aus Langlauf- und Tourenschi, die je nach Schnee unterschiedlich gewachst werden.
![]() Ich war mit Tourenschi und Fellen unterwegs und wurde dafür manchmal belächelt, manchmal bestaunt- konnte aber ohne Weiteres auch auf der Geraden mithalten. Lange steile Abfahrten sind hier allerdings eher selten, sondern es geht eher um das bergauf- und bergab wandern, lange, einsame Täler entlang über zugefrorene Flüsse, über strahlend weisse Pässe hinab ins nächste Tal und dann gemütlich aufwärmen in der nächsten „hytta“.
![]() Die Hardanger Vidda, ein ca. 10000 qkm großes Naturschutzgebiet, liegt in Südnorwegen zwischen Bergen und Oslo. Im Winter ist die Anreise am leichtesten mit dem Zug, der das Schutzgebiet am Rand schneidet. Gute Ausgangspunkte sind Finse oder Hallingskeid. Wenn man die entsprechende Ausrüstung dabei hat und das Wetter gnädig ist, ist zum Beispiel der Hardangerjökul, ein Plateugletscher mit über 70 qkm Fläche und zugleich der siebtgrößte Festlandgletscher Norwegens ein erreichbares und attraktives Ziel.
![]() Vorsicht geboten ist um die Osterfeiertage, da hier in Norwegen jeder der kann draußen ist und die Hardanger Vidda ein sehr beliebtes Ziel ist. Schnee liegt hier je nach Jahr oft bis in den Juli hinein, aber sobald die Flüsse auftauen, wird die Fortbewegung schwierig. Über die Website des Norske Turlag, so etwas wie der norwegische Alpenverein, hat man einen sehr guten Überblick über Hütten und Routen: http://www.turistforeningen.no; Und bei frühzeitiger Buchung kann man sehr günstige Bahntickets kaufen: http://www.nsb.no
Dann bleibt nur noch zu wünschen: God Tur!
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