Gran Canaria

(verfasst von brezen am Do 7. Feb. 2008)

Einsame Natur - immerwährender Frühling

Die Kanaren sind durch ihre Lage auf der Höhe Nordafrikas und die ausgleichende Wirkung durch den Atlantik extrem klimabegünstigt. Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad machen sie ganzjährig zu einem beliebten Urlaubsziel. Dabei gibt es zwei Welten: Die Welt des Massentourismus und die Welt des Induvidualtourismus.

Nirgendwo sonst habe ich diesen Gegensatz so krass bemerkt wie hier. An den weissen Stränden drängen sich die Hotelburgen dicht an dicht, angepflanzte Palmenhaine und Rasenflächen suggerieren das Bild vom Paradies in der Südsee, die Pauschaltouristen aalen sich in den oft angelegten Sandbuchten in der Sonne und betrinken sich abends in den zahllosen Discos.

Aber sobald man sich nur ein wenig abseits von diesem Troubel bewegt, bietet sich einem ein ganz anderes Bild. Ich habe dieses andere Bild der Kanaren auf Gran Canaria erlebt. Kurz entschlossen bin ich mit meiner Freundin und zwei Freunden vor Weihnachten für einige Tage dort gewesen. Wir haben uns als Stützpunkt ein kleines Fischerdorf an der Südwestküste, Puerto de Mogan, ausgesucht.

Hier gibt es einige kleinere Pensionen und Hotels, aber keine großen Anlagen. Alles wirkt ein wenig verschlafen, das Städtchen hat noch einen alten Stadtkern mit verwinkelten kleinen Gässchen und einen neueren Stadtteil, der aber geschmackvoll mit ein- und zweistöckigen Häuser mit Dachterassen und Kanälen bebaut ist. Es gibt auch eine angelegte Lagune, in der man baden kann. Wir sind in einer Pension abgestiegen, die privat von einer älteren Frau geführt wird.

Die Zimmer waren gemütlich, mit Doppelbetten ausgestattet und mit einer eigenen Küche und Toilette. Wir haben in der Hauptsaison 20 Euro pro Zimmer gezahlt. Ein super Detail war die Dachterasse, auf der wir viel Zeit verbracht haben, und immer in der Sonne gefrühstückt haben. Wir waren viel Wandern, vor allem im Landesinneren, das sehr bergig ist. Es gibt hier traumhafte Kiefernwälder, Kletterfelsen, Schluchten (Barrancos) und schöne Wanderwege, die allerdings teilweise etwas schlecht ausgezeichnet sind, dafür aber fast menschenleer.

Auch einsame, abgelegene Strände mit kräftiger Brandung, schwarzem Sand und Palmen haben wir gefunden- man muss nur suchen und Lust auf ein wenig Bewegung haben, denn sobald man sich abseits der Touristenpfade bewegt, ist man praktisch allein unterwegs. Es lohnt sich hierfür ein Auto zu mieten, um die kleinen Serpentinenstrassen abfahren zu können und auch flexibel zu sein, denn die Busse fahren nur sehr unregelmäßig und in die landschaftlich reizvollen Teile der Insel teilweise nur zwei mal am Tag.

Einen Besuch ist auch die Haupstadt der Insel, Las Palmas, wert. Es ist eine lebendige, junge Stadt mit einem sehenswerten alten Stadtkern und guten Einkaufsmöglichkeiten. In der guten Woche, die wir da waren hat es zwei halbe Tage geregnet, sonst Sonne satt. Ich war jeden Morgen vor dem Frühstück im Meer, das angenehme Temperaturen hatte. Dieser kurze Sommer in einer Jahreszeit, wo es bei uns daheim oft nur grau ist und noch nicht mal genug Schnee hat, hat sich bewährt und kann nur zum Nachahmen empfohlen werden.

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