Sportarten20.11.08
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Transalp Innsbruck - Gardasee 2(verfasst von Bert_1 am So 29. Jul. 2007)
Vom Tuxer Joch über den Brenner-Grenzkamm ins Eisjöchl und durch das Ultental zum Rabbjoch ![]() Tag 3: Über den Brenner-Grenzkamm in die Stubaier Alpen ---
Früher Aufbruch am nächsten Morgen: schon um acht Uhr sitzen wir im Sattel. Nur wenige Meter geht es nach oben, von der Hütte ins Joch, dann auf einer technisch schweren, weil steil und verblockten Abfahrt hinunter in den Kaserer Winkel und dann durchs Schmirntal nach Stafflach am Brenner. Dort treffen wir auch unseren siebten Mann, Mark, der heute erst angereist ist. Frank fühlt sich nach wie vor nicht fit und entschließt sich über die Brennerbundesstraße abzukürzen und uns abends auf der Hütte zu treffen. Für uns anderen heißt es erst mal das Rad über einen steilen Pfad von der Brennerbundesstraße hinauf nach Nösslach zu schieben. Konditionswunder Kämpfi nutzt einen kleinen Abstecher um zusammen mit Mark ein paar Extrahöhenmeter zu machen, der Rest fährt ab nach Vinanders am Eingange des Obernbergtals um von dort den nächsten Anstieg auf die Sattelalm am Brennergrenzkamm in Angriff zu nehmen. Gut 300 hm auf schattigem Forstweg später treffen wir die beiden Nachzügler wieder auf der Alm beim Mittagessen.
![]() Nun weisen zahlreiche Hinweisschilder darauf hin, dass die eigentliche Bikestrecke zum Sattelberg nicht befahren werden dürfe und dass doch über den Wanderweg ausgewichen werden soll. Das beschert uns eine anstrengende Stunde tragen – belohnt aber vom herrlichen Gipfelblick nach Norden, ins Inntal, auf Karwendel, Wetterstein und Tuxer Alpen. Nun geht es die alte Brennergrenzstraße entlang, biketechnisch ist leider nicht allzu viel geboten, die allzu gute Kiesstraße geht auf gleicher Höhe dahin. Die fehlende technische Herausforderung wird durch den phantastischem Panoramablick auf den Brenner und die umgebenden Täler, die Gletscher des Olperers, und markante Felsgipfel, wie Fußstein oder Wolfendorn mehr als kompensiert. Für die Abfahrt hinunter nach Gossensass beweist Kämpfi ein hervorragendes Gespür bei der Suche nach einer lohnenden Abfahrt: Ein herrlicher Trail führt erst über technisch anspruchsvolle, steile und verblockte Bergwiesen, dann auf einem phantastische Waldweg gerade breit genug um darauf zu fahren in weiten Serpentinen hinab ins Tal.
![]() Dort angekommen trennt sich die Gruppe erneut: Diesmal begleitet Thiemo Kämpfi um ein paar mehr Höhenmeter in die Beine zu bekommen, wir anderen vier halten uns ein Stück entlang der Brennerbundesstraße um dann bald ins Ridnauntal einzubiegen. Gemütlich führt eine Teerstraße hinein bis in den Talschluss von wo noch mal ein ordentlicher Anstieg in die Schneebergscharte auf uns wartet: 700 Höhenmeter auf dem Rad, dann noch mal 600 zu Fuß, unter dem Rad.
Die Region war Ende des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Bergbaugegend und die alten Erzförderanlagen – seinerzeit die größten der Welt, wie wir den Informationstafeln am Wegrand entnehmen, sind neben der Stecke gut zu sehen. Obwohl wir gut vorankommen ist es bereits sieben Uhr als wir auf der Poschalm ankommen, jenem Punkt des Aufstiegs v on wo das Fahren ins Tragen übergehen soll. Eigentlich sollten wir den Aufstieg zum Schneeberghaus fortzusetzen, Frank wartet dort auf uns, aber wir rechnen mit eineinhalb Stunden in die Scharte, dann fehlen aber noch 400 hm Abfahrt! – und telephonisch haben wir erfahren, dass Kämpfi und Thiemo noch gut 1,5h hinter uns sind. Es ist also kaum möglich die Hütte noch zu einer sinnvollen Uhrzeit zu erreichen. Also entscheiden wir Frank schweren Herzens einen einsamen Abend zu bescheren und in der Alm zu nächtigen. Auch wenn diese keine offizielle Hütte ist, so werden wir von den beiden Sennerinnen doch herzlich aufgenommen und in der gemütlichen Stuben aufs beste bekocht – Speckknödelsuppe, Pasta und zur Abrundung Kaiserschmarrn garantieren dass wir die tagsüber verbrauchten Energiereserven wieder auffüllen können.
![]() Dort angekommen trennt sich die Gruppe erneut: Diesmal begleitet Thiemo Kämpfi um ein paar mehr Höhenmeter in die Beine zu bekommen, wir anderen vier halten uns ein Stück entlang der Brennerbundesstraße um dann bald ins Ridnauntal einzubiegen. Gemütlich führt eine Teerstraße hinein bis in den Talschluss von wo noch mal ein ordentlicher Anstieg in die Schneebergscharte auf uns wartet: 700 Höhenmeter auf dem Rad, dann noch mal 600 zu Fuß, unter dem Rad.
Die Region war Ende des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Bergbaugegend und die alten Erzförderanlagen – seinerzeit die größten der Welt, wie wir den Informationstafeln am Wegrand entnehmen, sind neben der Stecke gut zu sehen. Obwohl wir gut vorankommen ist es bereits sieben Uhr als wir auf der Poschalm ankommen, jenem Punkt des Aufstiegs v on wo das Fahren ins Tragen übergehen soll. Eigentlich sollten wir den Aufstieg zum Schneeberghaus fortzusetzen, Frank wartet dort auf uns, aber wir rechnen mit eineinhalb Stunden in die Scharte, dann fehlen aber noch 400 hm Abfahrt! – und telephonisch haben wir erfahren, dass Kämpfi und Thiemo noch gut 1,5h hinter uns sind. Es ist also kaum möglich die Hütte noch zu einer sinnvollen Uhrzeit zu erreichen. Also entscheiden wir Frank schweren Herzens einen einsamen Abend zu bescheren und in der Alm zu nächtigen. Auch wenn diese keine offizielle Hütte ist, so werden wir von den beiden Sennerinnen doch herzlich aufgenommen und in der gemütlichen Stuben aufs beste bekocht – Speckknödelsuppe, Pasta und zur Abrundung Kaiserschmarrn garantieren dass wir die tagsüber verbrauchten Energiereserven wieder auffüllen können.
![]() Tag 4: Von der Poschalm über Schneebergscharte ins Passseiertal und zum Eisjöchl ----
Der Tag beginnt mit einem phantastischen Südtiroler Frühstück, mit Finschergl und Speckplatte, Italienischer Salami und Käseblatte. Die Stärkung können wir gut brauchen denn der sportliche Teil des Tages startet wenig später mit einer eineinhalbstündigen steilen Tragepassage hinauf in die Schneebergscharte. Von dort führt uns eine schöne, technisch anspruchsvolle Abfahrt hinab zum Schneeberghaus, das in Mitten einer Landschaft aus alten Gruben und Bergwerksstollen liegt. Dort treffen wir auch wieder auf Frank und sind somit wieder komplett. Die Abfahrt geht auf schotterrigen Trails weiter und fordert wenig später den ersten Tribut- eine solche Tour stellt doch große Anforderungen an Mensch und Material - innerhalb kürzester Zeit muss ich zweimal meinen Hinterreifen flicken, Frank trägt nach einem Sturz ein paar blaue Flecken davon, außerdem bricht an seinem Rad nach dem Ende der Abfahrt über die Timmelsjoch Teerstraße als Spätfolge des Sturzes das Schaltauge. Nach längerer Reparaturpause – Kämpfi nutzt diese um eine abgebrochene Speiche an seinem Rad zu ersetzen – bringt unser Mechanikerteam um Michl das Rad wieder soweit hin, dass Frank zumindestens mit einem Gang weiterfahren und so die Etappe beenden kann. Morgen sollte es möglich sein auf dem Weg durch Meran einen Fahrradladen zu finden, der das Rad wieder vollständig zum laufen bring.
![]() Mit Schrauben und Nieten, Pumpen und Flicken ist viel Zeit vergangen so dass es inzwischen Mittagszeit ist, als wir uns unter der gnadenlos hoch stehenden Sonne in den Sattel schwingen und auf den Weg durchs Passeiertal machen. Die Gruppe zerfällt schnell, jeder passt sein Tempo nach seinen Vorstellungen an die Mittagshitze an. Über Asphalt rollen wir zunächst bis nach Pfelders, von dort auf schönem Kiesweg entlang eines rauschenden Bergbaches hinein bis in den Talschluss wo wir uns nach und nach alle auf der Lazinseralm wieder treffen und uns für den letzten Anstiegs des Tages stärken.
Der Radfahrtag endet so wie er begonnen hat – unter dem Rad, denn von den gut 1000 Höhenmeter, die wir noch zurücklegen müssen um die Stettiner Hütte zu erreichen sind nicht allzu viele fahrbar.
Ich wähle ein recht beschauliches Tempo, genieße die Einsamkeit und die schöne, hochalpine Landschaft. Ein seltenes Zwergwiesel begleitet mich eine gutes Stück des Weges: flink springt es über die Felsen entlang des Weges ehe es unter einigen Steinen verschwindet. Als einer der letzten erreiche ich gegen sieben Uhr die Hütte. Die Stettinger Hütte liegt nur wenige Meter unterhalb des Eisjöchelpasses, mit 2908 m der Scheitelpunkt unserer Tour. Weil ich vom Radtragen und Schieben gerade gut im Rhythmus bin, beschließe ich noch zu Fuß einen kleinen Gipfel links des Passes zu besteigen. In der Abendsonne genieße ich die leichte, aber ausgesetzte Kletterei auf die kleine immerhin über 3000 m hohe Bergspitze über dem Joch. Am Gipfel gönne ich mir einige Minuten Rast, genieße die Abendsonne, den Blick auf Hohe Wilde und Hohe Weiße in der Nachbarschaft und auf die Bergketten von Ötztalern und Texelgruppe im Hintergrund.
![]() Tag 5: Ins Vinschgau, über Naturnser Alm ins Ultental und aufs Rabbjoch
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Heut steht die Königsetappe auf dem Programm: Zum Glück wusste ich morgens noch nicht, dass ich gut 10 Stunden später 3200 Höhenmeter und 90 km in den Beinen haben sollte.
Bei erneut herrlichem Wetter – langsam wird der blaue, wolkenlose Himmel für uns zur Selbstverständlichkeit, brechen wir um halb neun von der Hütte auf. Wieder gilt es die wenigen Meter bis ins Joch zurückzulegen, dann folgt eine rassige Abfahrt auf einem schönen, felsigen und steilen Trail. Bald wird´s selbst für den verwegensten Downhiller zu steil und blockig um durchgehend im Sattel zu bleiben.. 2300 Höhenmeter Abfahrt am Stück! Ein Traum, auch wenn wir bald den Talboden erreicht haben, der Trail zur Forststraße wird und diese schließlich in Asphalt übergeht auf der wir es richtig rauchen lassen und im Affentempo hinab ins Vinschgau rauschen.
![]() In Naturns im Vinschgau trennen wir uns wieder mal: Frank will sein Rad in Meran reparieren lassen, Mark, Thiemo und Olli begleiten ihn. Wir drei übrigen starten zu einem Extraaufstieg in Richtung Naturnser Alm – dadurch, so unser Plan, sparen wir uns erstens das rausrollen nach Meran und zweitens einen guten Teil des wieder hineinfahren ins Ultental, das in der Mittagshitze nicht allzu angenehm zu werden verspricht. 900 Extrahöhenmeter nehmen wir dafür in Kauf, aber auf zum Glück weitgehend schattigen Teer- und Kiesstraßen lässt es sich gut, wenn auch dank der doch recht hohen Temperaturen, auf die Alm hinaufradeln. Von dort gilt es die Räder nach kurzer Mittagsrast über ein ausgedehntes Almplateau zu schieben ehe wir zunächst auf wunderbarem Wiesentrail, dann über steile Waldwege hinab ins Ultental. Perfektes timing! Genau als wir in St Pankraz wieder auf die Hauptroute einbiegen, kommt der Rest der Gruppe um die Ecke gebogen. Über die Hauptstraße fahren wir nun weiter nach St Gertraud, wo wir in der Dorfkneipe noch mal Kraft für den abendlichen Anstieg zur Haselgruber Hütte sammeln. Durch das Kirchbergtal radeln wir in der Abendkühle auf der abschnittsweise steilen Schotterstraße in Richtung Rabbjoch. Auf dem abschließenden gut dreißigminütigen Tragestück merke ich die Anstrengungen des Tages doch deutlich in den Beinen. Endlos scheint sich der Weg hinzuziehen, immer noch ein Hügel, noch ein Rücken und noch ein Tal taucht auf bis ich endlich die Hütte entdecke und wenig später bei hervorragendem Essen den Hüttenabend beginne.
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