Kitesurfen in Podersdorf am Neusiedlersee,

(verfasst von martin am Do 21. Apr. 2005)

Bericht von meiner Kitesurfwoche in Podersdorf am Neusiedlersee...

Kitesurfen – alle kennen es, viele träumen davon, relative wenige machen es. Damit es bei meinem Bruder und mir nicht nur beim träumen bleibt, haben wir uns vor ca. 3 Jahren eine Ausrüstung gekauft. Da mein Bruder in Wien studiert hat er den Kite meist in Wien, denn der Neusiedlersee bietet ja im Gegensatz zu den Tiroler Gebirgsseen (zumindest zum Plansee) ideale Bedingungen zur Ausübung und vor allem zum Erlernen dieses Sports.

Wer allerdings am Campingplatz seine Zelte aufschlägt, der kann auch dort seinen Kite auspacken und von dort ins Wasser gehen (natürlich zahlt man dafür auch ein paar Euro pro Tag...). Jetzt aber weiter in meinem Bericht...

Da ich sowieso irgendwo schlafen musste, war es für mich klar, dass ich die Option mit dem Campingplatz benutze. Mittels Zug und Bus fuhr ich am Montag mit wirklich massenhaft Gepäck (Kite, Board, Zelt, Schlafsack, Isomatte, Gaskocher,...) über Wien mit dem Zug nach Neusiedl und von dort mit dem Bus nach Podersdorf. Auf dem Campingplatz schlug ich mein Zelt 2 Meter vom See entfernt auf, denn so hatte ich Wind & Wasser ständig im Blick und musste den Kite nicht weit ins Wasser tragen.

Leider wurde ich vom Wind nicht allzu sehr verwöhnt. Am ersten & zweiten Tag tat sich leider überhaupt nichts. Darum musste ich diese Tage gezwungenermaßen mit relaxen, lesen, schwimmen, Lebensmittelvorrat kaufen und vielen anderen Aktivitäten verbringen. Da auch noch ein paar andere Kiter neben mir das Zelt aufgeschlagen haben, lernten wir uns gleich besser kennen und schlugen wir die Flautentage (und auch Nächte) gemeinsam um die Ohren.

Am Mittwoch früh, noch lange vor Sonnenaufgang, weckte mich das Rascheln meiner Zeltwand. Es konnte doch nicht wahr sein – Wind! Ich kroch aus meinem Schlafsack und öffnete das Zelt – ich träumte nicht, es war wirklich Wind. Plötzlich war ich hellwach, hüpfte aus dem Zelt und zerrte meinen Kite hervor. Ein schöner 4er Westwind wehte direkt auf das Ufer zu. So musste ich nicht einmal ein schlechtes Gefühl haben, falls der Wind auffrischt, denn mich konnte es ja nur aufs Ufer treiben.

In wenigen Minuten hatte ich die Tubes aufgeblasen und den Kite bereit. Noch in der Morgendämmerung war ich im Wasser und gleitete meine ersten Meter in diesem Jahr über das Wasser. War das alleine schon wundervoll – jetzt geht auch noch die Sonne hinter den Hügeln im Osten auf und keine Menschenseele am Ufer zu sehen oder zu hören. Ich hätte viel für ein Foto gegeben – ich in voller Gleitfahrt und der Sonnenaufgang im Hintergrund... .

Lange ging es leider nicht so weiter, mit dem Aufgang der Sonne ließ der Wind immer deutlicher nach und aus der Gleitfahrt wurden so immer öfter nur kurze Aufsteiger aufs Board und eine halbe Stunde später reichte es gar nur mehr für einen Bodytrag zurück zum Ufer. Obwohl das Vergnügen nicht allzu lang war – es hat sich auf jeden Fall ausbezahlt so früh aus dem Zelt zu kriechen und sich in so einem Moment zu fragen, warum die Leute die schönsten Momente des Tages verschlafen... .

Im Laufe des Vormittags ließ der Wind allerdings mehr und mehr nach bis er wieder vollständig einschlief. Somit war ich wieder zum Nixtun (schwimmen, einkaufen, Nudeln kochen,...) gezwungen. In der örtlichen Raiffeisenbank studierte ich täglich im Internet die Wetterberichte doch mehr als 3 Beaufort waren auch für den Donnerstag und Freitag nicht angesagt.

In der Hoffnung dass doch ein bisschen mehr als die 3 Windstärken am Nachmittag aufkommen, ließ ich den See und die Bäume nie außer Blick. Ich probierte es ab und zu aufs Wasser zu gehen, doch der Wind reichte nur in den Böen um halbwegs vernünftig fahren zu können. Da ich am Wochenende noch alte Bekannte von mir, die es vor einigen Jahren ins Burgenland verschlagen hatte, besuchen wollte, baute ich schon am Freitag Vormittag das Zelt ab und bezahlte die nicht ganz billige Campingplatzrechnung.

Am Nachmittag begrub ich dann auch noch meine letzte Hoffnung auf Wind, und packte schlussendlich auch noch meinen Kite ein. Völlig überladen verließ ich schweren Schrittes nach 5 schönen Tagen wieder den Campingplatz und stapfte in der prallen Sonne den mit so viel Gepäck scheinbar endlosen Weg bis zur Bushaltestelle. Von dort fuhr ich dann wieder mit dem Bus zurück nach Neusiedl und von dort mit dem Zug weiter zu meinen alten Freunden...

Nach einem schönen Wochenende verließ ich dann wieder das Burgenland und trat nach einer wirklich wundervollen Woche (obwohl der Wind zu wünschen übrig ließ…) mit dem Zug wieder die Heimreise nach Tirol an.

Tipp für Nachahmer: Soviel ich weiß sind die Windverhältnisse im Frühjahr und Herbst wesentlich besser als im Hochsommer. Wer also ausschließlich kiten will, der sollte vielleicht besser zu diesen Zeiten die Reise in den Osten Österreichs antreten. Für Beginner: Wer das Kitesurfen lernen möchte, sollte unbedingt einen Kurs besuchen. Es gibt 3 Kitesurfschulen in Podo: www.kitesurfing.at (am Süd/Süd Strand) www.kite2fly.com (Nordstrand nähe Podo Restaurant) www.fun-and-sail.at (direkt neben dem Campingplatz) Die Fotos mit Kitesurfern am Wasser stammen leider nicht von mir, da ich alleine war und somit wird das ganze etwas schwierig…. Martin

http://www.kitesurfing.at http://www.kite2fly.com http://www.fun-and-sail.at
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