Ducan extended

(verfasst von Bert_1 am Di 15. Apr. 2008)

Phantastische Rundtour durch die Ducanscharte auf den Gletscherducan und durch die linke Ducannordrinne

Endlich ist mal wieder gutes Wetter! Die letzte gute Tour liegt jetzt doch schon recht lange zurück. So steht es auch nicht zur Diskussion, dass eine möglichst effiziente Tour ausgesucht wird, mit viel schöner Abfahrt und wenn möglich möglichst nordseitig, denn mit Firn ist derzeit nicht zu rechnen und guten Pulver kann man Mitte April nur noch in schattigen Hängen erwarten.

Schließlich fällt die Wahl auf eine Variante im Ducantal, die je drei Anstiege mit drei nordseitigen Steilrinnen bzw. Flanken zur Abfahrt verbindet. Wir starten um halb acht Uhr im Talschluss des Sertigtals. Noch können wir die Sonne unter einer hohen Wolkenschicht nur erahnen. Vor uns ist schon eine Gruppe von Schitourengängern gestartet, die wir dann aber auf halbem Weg zur Bergüner Furka einholen. Ab hier bleibt die Spurarbeit für den Rest des Tages uns überlassen.

Dann reißt die Wolkendecke auf und in den ersten Sonnenstrahlen leuchtet die tief verschneite Winterlandschaft. Kämpfi legt die Aufstiegsspur in den gut 20 cm tiefen, federleichten Pulverschnee – sogar hier auf der Sonnenseite ist der Schnee noch locker – da kommt Vorfreude auf die Abfahrt auf. Dann sind wir in der Scharte angelangt. Nach einer exponierten Querung und einem kurzen, steilen Aufstieg erreichen wir die Ducanscharte, das erste Etappenziel.

Herrlich ist der Fernblick, aber die Vorfreude auf die Abfahrt durch die steile Nordrinne, auf die andere Seite ins Ducantal hinab überwiegt und so dauert es nicht lange bis Kämpfi die erte Spur hinab legt. Wenig später folge ich, genial, Champagnerpulver zunächst in der steilen Rinne, dann auf einem ideal geneigten, breiten Nordhang. Und alles ist völlig unberührt. Das macht Lust auf mehr. Einziger Wehmutstropfen, Arnes Schi bricht, als er im Tal etwas zu schwungvoll durch den Bach quert.

Aber es sollte weitergehen, der Schi wirkt noch stabil. Wir fellen auf und nun ist es an mir eine Spur zu legen. In einer langen Querung lege ich die Spur immer leicht ansteigend hinauf auf die Hochfläche des Glescher Ducan. Nicht mal hier, auf diesem doch recht beliebten Schiberg ist heute jemand unterwegs. Wir passieren den Gletscher und steigen den steilen Gipfelhang hinauf auf die Spitze des Dreitausenders.

Nächste Hiobsbotschaft für Arne – scheinbar hat der Graben auch den anderen Schi erwischt, denn wenige Meter vorm Gipfel bricht auch noch die Bindung aus. Schade für ihn, in diesem phantastischen Schnee mit einem Schi abfahren zu müssen. So verzichtet er denn auch auf den letzten Abstecher hinüber auf die Westseite des Hochducans, die wir in einem kurzen Anstieg und einer exponierten Querung noch anhängen und fährt schon voraus ab ins Tal.

Wir drei anderen stehen nach ca. eine Stunde später am Eingang einer weitern steilen Nordrinne, die uns von der Scharte zurück ins Haupttal bringen wird. Ich bin dran mit vorfahren – genial die Rinne ist nur wenige Meter breit und von schroffen Felsen umrandet. Dann noch mal ein idealer Schihang und schließlich müssen wir nur noch zurück ins Sertig queren. Das ist in der Nachmittagssonne recht schweißtreibend, wird aber wenig später mit Eis und Weißbier im nahen Gasthof belohnt. Respekt auch an Dani, der die gut 2000 Höhenmeter mit Schneeschuhen zurücklegt!

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