Sportarten30.11.08
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Kajakfahren im Sognefjord (Norwegen)(verfasst von brezen am Do 8. Nov. 2007)
Abenteuer pur! ![]() Der Sognefjord ist der längste Fjord Norwegens. Die Landschaft ist ein beeindruckender Zeuge der Kraft der Gletscher, die den Fjord mehrere hundert Meter unter die heutige Wasseroberfläche eingetieft haben. Aber nicht nur der Hauptfjord ist wegen seiner Dimensionen beeindruckend, sondern gerade die kleinen Seitenarme sind landschaftlich besonders reizvoll und oft auch völlig einsam. Da meistens keinerlei Infrastuktur vorhanden ist, hat man mit dem Seekajak das optimale Fortbewegungsmittel um diese vergessenen Meerarme zu entdecken.
![]() Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Kajakverleihern rund um den Sognefjord, die naturräumlichen Vorraussetzungen und die Preise variieren aber ganz erheblich. Mein Tip ist ein kleiner Verleih in Vik, einem verschlafenen Dorf am Südrand des Fjords, direkt an der Straße vom Vikafjellet, von Bergen ca. 3 und von Oslo 7 Autostunden. Auch zu empfehlen als Ausgangspunkt ist Flam etwas weiter östlich.
![]() Wir waren zu viert und haben ein Zweierkajak und zwei Einer ausgeliehen. Die Preise waren ca. 300 Kronen pro Tag pro Person, also etwa 35 Euro. Die zwei kleinen Seitenfjorde Finnabotnen und Arnafjord, die westlich von Vik vom Sognefjord nach Süden abzweigen sind landschaftlich einmalig: Steile Felswände links und rechts, tosende Wasserfälle und dazwischen Fischerhütten und grüne Wiesen erfreuen das Auge.
![]() Wir packen Zelt, Schlafsäcke, Wasser und Proviant in die Boote, die erstaunlich viel Stauraum besitzen und stechen in See. Eine spiegelglatte Oberfläche trägt uns in kompletter Stille aufs Wasser hinaus. Auf dem Sognefjord wird es welliger und man muss schon auch einmal ordentlich paddeln um vorwärts zu kommen. Nachmittags sollte man sich hier nicht mehr aufhalten, da in kurzer Zeit meterhohe Wellen aufkommen können und dann der Spaß mit einem Kajak aufhört.
![]() Die Perspektive aus dem Boot ist besonders: Man hat endlos Zeit zum Schauen, und sieht Fische springen, Schweinswale Luft holen, Landschaft vorbeiziehen. In der Mittagspause sammeln wir Miesmuscheln fürs Abendessen, legen uns auf einen warmen Stein und machen ein kleines Schläfchen. Tom und ich packen die Angel aus und fischen direkt vom Boot aus. Und nach einiger Zeit beisst auch schon etwas an das sich lohnt. Wir holen noch ein paar Fische aus dem Wasser, bis wir davon überzeugt sind abends nicht zu verhungern.
![]() In einer kleinen Bucht mit grasbewachsener Liegefläche und einem sprudelnden Bergbach schlagen wir unser Lager auf. Keine Ahnung wie der Fisch heisst, aber er schmeckt uns, über dem Lagerfeuer gegrillt, zu einem Glas Rotwein und Spaghetti mit Miesmuscheln. Die Stille wird nur vom gelegentlichern Plätschern einer Welle und ein paar Käuzchen unterbrochen.
![]() Nach einer kalten Nacht packen brechen wir wieder auf, paddeln in die Sonne und verbringen die Zeit mit Fischen und Sonnenbaden und lassen die Zeit dahintröpfeln. Denn solche traumhaften Sommertage muss man in diesen nördlichen Breiten in vollen Zügen genießen, bevor wieder der Regen und die Dunkelheit kommen.
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