Reise ins grenzenlose Land … USA

(verfasst von Dani P. am Mi 1. Okt. 2008)

Sequoia National Park / Mount Whitney 4350m

Nach der wundervollen Kletterei bei Cedar City fuhren wir weiter zum Sequoia National Park. Dieser Park ist berühmt für seine beeindruckenden Riesenbaeume. Die Strasse führt direkt durch den Wald indem sich schon einige mittelgroße Exemplare der Giant Sequoias befinden. Am meisten begeisterte uns der größte aller Bäume der ca. 2700 Jahre alte „General Sherman Tree“ .

Besonders interessant war für uns auch über die Entwicklung dieser Bäume zu erfahren. Sie benötigen besonders nährstoffreichen Boden und weltweit existiert diese Baumart nur hier. Durch zahlreiche Waldbrände werden das Unterholz sowie kleinere Bäume von den Flammen erfasst was den Waldboden wieder Humusreich macht.

Erst durch das Feuer werden die Sequoiazapfen geöffnet und die Samen können auf den jetzt nährstoffreichen Boden fallen. Mit genügend Sonnenlicht haben sie nun beste Voraussetzungen zu wachsen. Sequoiabäume haben eine mehrere Zentimeter dicke Rinde die sie vor Austrocknung und dem Feuer schützt. Entgegen der allgemeinen Meinung sind sie somit auf Waldbrände angewiesen.

Leider sind die Campingplätze hier im National Park sehr teuer und so beschränkten wir unseren Aufenthalt auf wenige Wanderungen durch den Wald. Die Strasse durch den Sequoia Park führt direkt weiter zum Kings Canyon National Park der mit seinen tiefen Tälern und hohen Bergen sehr an unsere Tiroler Landschaft erinnert.

Nach Besichtigung der dort üblichen Aussichtspunkten peilten wir als nächstes Ziel den mit 4350m höchsten Berg der USA an. In Lone Pine angekommen besuchten wir direkt das Mount Whitney Visitor Center um uns über die Aufstiegsmöglichkeiten sowie nötiges Equipment zu informieren.

Wir erfuhren hier erstmals über die maximal zulässige Besucheranzahl am Berg. Aus diesem Grunde führen die Ranger täglich um 11 Uhr eine sogenannte Lotterie durch, bei der man ein „Gipfelticket“ gewinnen kann. Wir waren die glücklichen Gewinner und schnappten uns zwei von zehn Tickets. Völlig erfreut packten wir unsere Rucksäcke um den Aufstieg um drei Uhr in der Nacht zu beginnen. Da wir noch in völliger Dunkelheit die ersten dreihundert Höhenmeter hinter uns brachten, dachten wir bei jedem Rascheln gleich an eine Bären. Das Gebiet rund um den Mount Whitney ist das größte Bärenrevier ganz Nevadas.

Die meisten Bergsteiger benötigen für den Gipfel mindestens zwei Tage; aus Zeitgründen versuchten wir es in einem Tag zu schaffen. Unser Aufstieg führte uns an mehreren Biwakplaetzen am Fuße des Mount Whitney vorbei. Nach ca. acht Stunden erreichten wir schließlich den Gipfel auf 4350 Metern Seehöhe. Die Gipfelaussicht ist atemberaubend! Leider konnten wir allerdings den Gipfel nicht lange genießen, da das Wetter plötzlich umschlug und wir sofort den Abstieg antraten. Fünfzehn Stunden nach dem klingeln unseres Weckers mitten in der Nacht, erreichten wir tot müde und mit schweren Füßen endlich wieder unser Auto. Dieser Tag wird uns ewig in Erinnerung bleiben, da wir ursprünglich nicht mit einem Gipfelsieg gerechnet haben.

Es ist wirklich nicht sehr empfehlenswert den Mount Whitney an einem Tag zu besteigen. Das Wetter kann sehr schnell umschlagen und neben der enormen Höhe (über 4000 Meter Seehöhe) stellt der Aufstieg eine extreme körperliche Belastung dar. Am Parkplaz angekommen hatten wir das Glück zwei Steinböcke zu sehen. Nach dieser abenteuerlichen Gewalttour fuhren wir weiter nach Las Vegas.

Text & Fotos: Daniel & Nicole

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