Schitourenwochenende im Grialetschgebiet 2

(verfasst von Bert_1 am Do 24. Apr. 2008)

Piz Grialetsch (3131m), P.3024, Augstenhüreli (3027m) – weniger flach, aber immer noch kaum guter Schnee.

Wir sind die letzen die nach einem reichhaltigen Frühstück die Hütte verlassen. Zunächst steigen wir auf unserer Spur vom Vortag in Richtung Piz Grialetsch. Dann, wenige hundert Meter unterhalb der Fuorcula Vallorgia halten wir uns nach links, auf die zackige Felskrone des Piz Vadrett zu. Bedrohlich wirken die schwarzen Felstürme von hier, mit jedem Schritt auf den massiven Felsklotz zu steigt die Anspannung.

Wie werden die Verhältnisse sein, wie schwer die Kletterei? Wird der Hüttenwirt Recht behalten, der von einer Besteigung abgeraten hat, weil zu viel Schnee liege? Die Ernüchterung folgt bald: Noch bevor wir die steile Nordrinnem die in Richtung Gipfel führt, betreten entscheiden wir uns zur Umkehr, zu stark sind die Nordhänge eingeblasen, zu offensichtlich die Schwachschichten die wir im Schneeprofil entdecken. Lieber verzichten und ein andermal wiederkommen!

Also zurück, dann eben auf den Grialetsch. Wir queren zur Scharte und steigen zu Fuß über die Südostflanke zum Gipfel. Auch hier sind die Verhältnisse nicht perfekt: In der steilen Gipfelflanke ist der Schnee nicht richtig durchgefroren, so dass wir beim Aufstieg mit jedem Schritt bis zur Hüfte durchbrechen, bei jedem Schritt einen halben zurückrutschen.

Schließlich stehen wir oben – wie viel sich hier verändert hat, seit dem letzten Mal! Viel mehr Schnee liegt hier, enorme Wächten! An eine Befahrung der steilen Nordflanke, eigentlich das Zuckerstück der Tour ist nicht zu denken. So bleibt nichts als der Abstieg nach Süden, zurück zum Schidepot. Nur gut dass die Abfahrt über den Vadret Vallorgia im Bruchharsch nur kurz ist, dann steigen wir wieder auf P.3024, einen namenlosen Nebengipfel des Scalettahorns.

Die nächste Abfahrt hinunter zum Scalettapass ist zwar auch nicht gut, aber schon besser, so dass immerhin hin und wieder ein schöner Bogen möglich ist. Dennoch keine Spur von Firn, und das Mitten im April – zu kalt und zu windig für diese Jahreszeit. Vom Scalettapass geht es wieder hinauf, in Richtung Westen auf das Augstenhüreli, einen eher unbedeutenden Dreitausender im Schatten des Chüalphorn.

Bei der Gipfelrast entscheiden wir uns dafür es für heute gut sein zu lassen und ins Tal abzufahren. Wir beschließen nach Norden zu queren und dann direkt nach Osten ins Dischmatal abzufahren. Diese Entscheidung zahlt sich aus, denn in teilweise steilen Abfahrt finden sich sogar noch firnähnliche Verhältnisse, die unten, wo die Hänge zunehmend flach auslaufen sogar zum richtigen Genuss werden.

Jetzt wartet nur noch der lange Weg durchs Tal hinaus und hier ist er, der Frühling. Die Sonne brennt auf uns hinunter, weicht den Schnee auf, so dass das hinausschieben immer mehr zum Wasserschifahren wird. Schließlich wechseln wir auf die Teerstasse und legend die letzten Kilometer zu Fuß zurück. Mit Eis und kaltem Radler beschließen wir ein durchwachsenes, aber durchaus vielseitiges und spannendes Schitourenwochenende.

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