Taschach Nordwand 55°

(verfasst von Dani P. am Di 17. Apr. 2007)

Eine der schönsten Eiswände der Ötztaler Alpen

Letztes Wochenende wurde ich spontan von Martin Zarfl eingeladen, bei einer Befahrung der Taschach Nordwand dabei zu sein.

Martin war bereits das ganze Jahr über mit seinem Snowboard unterwegs und hat schon einige Erfahrungen mit Steilwandabfahrten gesammelt. Als wir am Wochenende sein Auto packten, wusste ich noch nicht ganz genau, was auf mich zukam. Am Weg ins Pitztal plauderten wir über die geplante Tour.

Ausgerüstet mit Seilen, Eisschrauben, Pickel, Klettergurt und Firnankern meinte er, dass wir auch bei schlechten Bedingungen in der Nordwand keine Probleme hätten. Auf ausgedruckten Übersichtsfotos zeigte mir Martin die geplante Route.

Da er am Vortag bereits eine steile Rinne am Brochkogel befahren konnte, gang ich davon aus, dass er die Schneebedingungen recht gut einschätzen wird. Als wir am Pitztaler Gletscher angekommen waren, sortierten und verstauten wir unser Gepäck in unseren Rucksäcken.

Leider mussten wir beinahe eine Stunde beim Pitzexpress anstehen. Anscheinend wollten auch andere Besucher dieses traumhafte Osterwochenende in der frischen Luft nutzen. Von 1740 Meter ging es dann mit der Tunnelbahn auf 2860 Meter. Wir fuhren dann gleich zur Mittelbergbahn auf 2750 Meter ab und mit dieser ging es dann rauf auf 3230 Meter.

Jetzt mussten wir nur noch entlang der Mitteljochbahn bis zum Einstieg zum Taschacheisbruch fahren. Am Einstieg angekommen genossen wir einmal die gewaltige Aussicht über die Ötztaler Alpen. Das Wetter war echt genial und als wir am Gletscher entlang fuhren blieb ich immer wieder stehen um diese einzigartige Gletscherwelt mit meinem neuen Fotoapparat festzuhalten.

Der Weg zum Einstieg der Taschachwand führt direkt über den Taschachferner. Oft hat man das Gefühl von den riesigen Gletscherspalten umzingelt zu werden. Ganz wohl war mir bei der Fahrt durch das Spaltenlabyrinth nicht besonders.

Endlich erreichten wir die große Moräne am Fuß der Taschachnordwand. Nun stapften wir mit den Steigeisen auf den Füßen und dem Snowboard am Rücken durch die steile Nordwand. Diese zählt mit 55° Steilheit eher zu den leichteren Nordwänden der Alpen, doch für eine Befahrung mit dem Snowboard stellt sie eine gewaltige Herausforderung dar.

Ich dokumentierte nahezu jeden Abschnitt der Rinne mit ein paar gelungenen Fotos. Der Schnee hätte nicht besser sein können, als Martin schließlich mit dem Snowboard angeschnallt am Gipfel stand.

Nach der waghalsigen Abfahrt wollte Martin noch im Taschachhaus nachsehen, wie die derzeitige Situation im Winterlager ist.

Am Weg zurück zum unserem Auto dachte ich oft über die gewaltigen Gletscherspalten und an das Glück, welches wir an diesem Tag mit dem Wetter hatten nach.

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