Ready for Nature Magazin - Bergsport


© APA (Archiv/epa)

Messner kritisiert Mount-Everest-Tourismus

Bergsteigerlegende Reinhold Messner (63) kritisiert den immer stärker werdenden Tourismus am Mount Everest. Dem "kommerzialisierten Ansturm" gehe es allein darum, den höchsten Gipfel der Welt im Tourenbuch zu haben, sagte Messner zur APA. "Mit bis zum Gipfeln präparierten Pisten und Sauerstoffdepots geht die Möglichkeit, eine "ganz andere Welt" zu erfahren, verloren", argumentierte er.

Am 8. Mai war es genau 30 Jahre her, dass Messner und der Nordtiroler Peter Habeler als erste Menschen den 8.848 Meter hohen Gipfel ohne Verwendung von Sauerstoffflaschen bezwungen hatten. Zum 30-jährigen Gipfel-Jubiläum gibt es unter anderem eine Sonderausstellung in Messners Mountain Museum Firmian in Sigmundskron bei Bozen. "Ich sehe das als Teil der Denkmalpflege", sagte Messner. Sein damaliger Partner Habeler befindet sich übrigens bis Ende Mai in Nepal, teilte ein Sprecher der "Alpinschmiede Habeler" mit.

Der Extrembergsteiger sieht die heutige Situation des Konsumtourismus als Tatsache und sich selbst nur als Beschreiber dieser Situation. Bis zum Gipfel präparierte Pisten seien eben eine andere Form des Bergsteigens. Das Risiko und die Gefahren seien dabei minimiert worden. Die Kommerzialisierung, die das Skifahren in den 30er Jahren durchgemacht hatte, hat das Bergsteigen in den letzten Jahren durchlaufen", erklärte Messner.

Messner habe bereits 1975 für sich die Entscheidung getroffen, den Mount Everest ohne Sauerstoff zu besteigen. In Habeler habe er dann auch den idealen Partner gefunden, erklärte er. "Damals war es schwierig eine Genehmigung zu bekommen. Uns war damals klar, dass wir die Südwestwand besteigen wollen", erzählte Messner. Er selbst sei damals sehr aktiv gewesen. Die Tour auf den Mount Everest sei im Rahmen einer intensiven Expeditionszeit gelegen. Damals habe er viele 8.000er bestiegen. "Im Vorfeld hatten wir zusätzlich Bergläufe trainiert, und Peter war sowieso in einer guten Verfassung", meinte Messner.

Einen Monat vor dem Gelingen der Expedition war ein erster Versuch von Messner und Habeler an einem Schneesturm gescheitert. Auch am 8. Mai schien der Wettergott dem Unternehmen zunächst nicht günstig gestimmt. Trotz schlechter Bedingungen wagten die Beiden jedoch um etwa 6.00 Uhr früh von dem auf rund 8.000 Metern Seehöhe gelegenen Lager am Everest-Südsattel aus den Angriff auf den höchsten Punkt der Erde. Sieben Stunden später waren die beiden Alpinisten am Ziel. Das Wetter hatte sich mittlerweile gebessert.

Erstmals hatten am 29. Mai 1953 der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa Tenzing Norgay das "Dach der Welt" bestiegen.

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