NEU IM SHOP!Sportarten20.11.08
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Ready for Nature Magazin - Olympische Spiele 2008![]() © APA (epa) Auf einmal Silber und zweimal Bronze kamen die österreichischen Olympiastarter, was Rang 62 im Medaillenspiegel ausmacht. Ein Rückschlag im Vergleich zu den Spielen 2004 in Athen, wo Österreich mit zwei Goldenen, vier Silbernen und einer Bronzenen auf Platz 27 kam. In Peking waren die Silbermedaille von Judoka Ludwig Paischer und die beiden dritten Plätze durch Schwimmerin Mirna Jukic und Wildwasser-Kanutin Violetta Oblinger-Peters die Highlights aus heimischer Sicht. Nur knapp an Edelmetall vorbei geschrammt sind Markus Rogan, Rad-Ass Christiane Soeder und das Tischtennis-Herren-Team – als jeweils Vierte blieb nur Blech übrig. Zwiespältige ÖOC-Bilanz Neben dem enttäuschten, weil schwer geschlagenen Rogan blieben vor allem Österreichs Segler und Schützen hinter den Erwartungen zurück. ÖOC-Präsident Leo Wallner meinte allerdings: "Ich bin mit den Leistungen von Peking sehr zufrieden". Das dürfte auch an den 30 Top-Ten-Plätzen gelegen haben. Er fand aber auch selbstkritische Worte. "Die niedrige Anzahl der Medaillen ist auch ein Grund, darüber nachzudenken, ob wir in Sportarten, in denen wir früher sehr gut waren, alles richtig machen." Bezeichnend ist, dass vor allem private Initiativen zum Erfolg führen wie beim „Familienbetrieb“ Jukic. Veraltete Verbandsstrukturen und wenig professionelle Funktionäre sind dabei oft Hindernisse. Ein Liedchen davon singen kann Matthias Steiner. Der Niederösterreicher war 2005 nach Streitereien mit dem Gewichtheber-Verband ausgewandert und hat in Peking Gold für Deutschland geholt. Eine Medaille, die Österreich gerne selbst gefeiert hätte. Allerdings hatte man ihm damals in seinem Heimatland sogar einen Start für „Teppichland“ nahegelegt. In Peking wurde Steiner, dessen deutsche Ehefrau 2007 bei einem Autounfall tödlich verunglückte, nun sogar in die Liste der zehn denkwürdigsten Olympioniken aufgenommen. Superstars Phelps und Bolt In eben dieser Liste befinden sich auch die beiden größten Superstars bei Olympia, Michael Phelps und Usain Bolt. Der US-Ausnahme-Schwimmer Phelps holte bei acht Starts achtmal Gold (bei sieben Weltrekorden) und brach den Rekord von seinem Landsmann Mark Spitz. Mit insgesamt 14 Titeln ist Phelps der mit Abstand erfolgreichste Olympionike der Geschichte. Jamaikas Topsprinter Usain Bolt ergatterte zwar „nur“ dreimal Gold, drang aber mit seinen Weltrekorden über 100 m (9,69 Sek.), 200 m (19,30) und 4 x 100 m (37,10) in neue Sphären vor. Er ist der neue Superstar der Leichtathletik. Gastgeber China hat unterdessen erstmals die USA als Sieger des Medaillenspiegels abgelöst. Nicht weniger als 51 Goldmedaillen gingen an das Reich der Mitte. "Jin", also Gold, war daher bei den Hunderten Millionen chinesischen TV-Zuschauern das Schlüsselwort. Im Tischtennis räumten die Chinesen alle möglichen Medaillen ab, dazu spielten die Gastgeber ihre Überlegenheit etwa im Wasserspringen, im Badminton und im Turnen aus. Turn-Medaillen waren zuletzt aber ins Zwielicht geraten, weil einige Athleten - etwa Doppel-Olympiasiegerin He Kexin – möglicherweise jünger sind als offiziell angegeben. Auch Doping war bei diesen Spielen wieder ein Thema. Den größten Skandal gab es im Springreiten. Bei vier Pferden wurde die verbotene Substanz Capsaicin nachgewiesen, die das Schmerzempfinden der Tiere erhöht. Wegen Dopings wurden auch der ukrainischen Siebenkämpferin Ludmila Blonska (Silber) sowie dem nordkoreanischen Schützen Kim Jong Su (Silber 50 m Pistole, Bronze Luftpistole) ihre Medaillen aberkannt. Insgesamt gab es sechs offizielle Dopingfälle. Jedoch wurden im Vorfeld der Spiele mehrere Dutzend Athleten erwischt. Lob und Kritik an China China hat sich für viele Beteiligte von seiner besten Seite gezeigt. Doppel-Olympiasieger Hans Peter Steinacher betonte: "Die Spiele wurden zurecht hierher vergeben, die Entscheidung war richtig.". ÖOC-Präsident Wallner meinte differenzierter: "Es waren grandiose Spiele, auch wenn man manchmal doch die chinesische Diktatur gespürt hat." Dass Olympia in Peking auch ein "Maskenball" gewesen ist, war vielen durchaus bewusst. Im täglichen Kontakt mit den bemerkenswert freundlichen Chinesen gab es aber fast nur positive Erlebnisse. Wallner hatte schon zur Halbzeit gemeint, dass China "lächeln gelernt" habe.
Allerdings kam auch einiges Abstruses ans Tageslicht. So wurden die Chinesen angehalten, traditionelles Verhalten wie das Essen von Hundefleisch oder das Ausspucken auf der Straße vorübergehend einzustellen. Das Feuerwerk bei der Eröffnungsfeier war zum Teil nicht live und digital nachbearbeitet. Zudem wurde enthüllt, dass die Stimme einer neunjährigen Sängerin bei dem "Lied auf das Vaterland" einem anderen Mädchen gehörte, das einem Politbüro-Mitglied aber nicht hübsch genug war, um selbst auftreten zu dürfen. Für die Abschlussfeier wiederum hatten Pekings „Wettermacher“ drohende Gewitter durch den Abschuss von Raketen mit Silberjodid verhindert. Bitter stößt nicht nur Menschenrechtlern auf, dass auf den von den chinesischen Behörden eingerichteten Protestzonen keine einzige Kundgebung stattfand. "Wir haben gehört, dass es 77 Anträge auf Proteste gab, aber keiner fand statt, das fanden wir ungewöhnlich. Uns wurde gesagt, dass die Anträge im gegenseitigen Einvernehmen abgehandelt wurden", so IOC-Präsident Rogge. Dem ist wohl nicht ganz so: Zwei Frauen im Alter von 77 und 79 müssen ein Jahr ins Arbeitslager. Sie hatten fünfmal vergeblich versucht, eine Demonstration anzumelden. Kritik kam auch von der Menschenrechtsorganisation „Human Rights in China“. Seit 2001 seien rund 1,5 Millionen Pekinger für den Bau der olympischen Sportstätten zwangsweise umgesiedelt worden, gegen wenig oder keinerlei Schadenersatz. In vier Jahren finden dann die 30. Sommerspiele in London statt. Die britische Hauptstadt ist nach 1908 und 1948 zum dritten Mal Olympia-Schauplatz
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