Ready for Nature Magazin - Golf

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Golf ohne Green und Noblesse ergibt Crossgolf

Golf abseits von 18-Loch-Anlagen und Clubs mit teuren Mitgliedsbeiträgen, Golf ohne Caddies und ohne Etikette wie Strickpullunder – das ist Crossgolf, auch „X-Golf“ genannt. Diese Variante des Golf-Spiels wird nicht auf Rasenflächen praktiziert, sondern hauptsächlich in urbaner Umgebung oder auf industriellen Brachflächen. Im Vordergrund steht anstelle von Ergebnissen der Spaß, die Ausrüstung ist weit weniger aufwändig als jene der klassischen Golfer.

Ein Golfball und ein bis zwei Schläger pro Akteur reichen im Normalfall schon aus, um sich dem Vergnügen des Crossgolf hingeben zu können. Somit ist das benötigte Equipment nicht wirklich kostspielig, Bälle und ausrangierte Schläger können auch auf Flohmärkten oder in Second Hand-Shops besorgt werden. Nur über eines sollte man sich im Klaren sein: Der Golfballverschleiß ist zu Beginn sehr hoch.

Neben der Ausrüstung wird zum Crossgolfen natürlich auch ein geeignetes Terrain benötigt, bei dem ein Anfangspunkt und ein Ziel definiert wird. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig, wichtig ist eigentlich nur, dass die Nähe von Glashäusern gemieden wird. Als Startpunkt eignet sich etwa eine kleine Anhöhe. Anstelle der mit Fahnen gekennzeichneten Löcher werden Ziele definiert, diese Funktion können Bäume, Pfähle, Holzstapel oder ähnliche Gegenstände übernehmen.

Während eines Spiels schlagen die Teilnehmer abwechselnd, beendet ist eine Partie, wenn alle Spielteilnehmer das Ziel erreicht haben. Wie beim klassischen Golf ist der Spieler mit den wenigsten Schlägen der Sieger. Beim Crossgolf steht jedoch der Spaß am Abschlag und nicht die Punktezahl im Vordergrund. Daher sind die Regeln auch nicht streng definiert - alles ist erlaubt, was möglich ist. Stress ist beim X- oder Crossgolfen ein Fremdwort, Spaß und Freiheit stehen im Vordergrund. Bei den Siegprämien handelt es sich um eine Runde Bier oder ein Abendessen, spendiert vom Letztplatzierten. Trotz der Wichtigkeit des Spaßfaktors ist übrigens Sicherheit oberstes Gebot beim Crossgolfen: Vor dem Abschlag muss klar sein, dass niemand von den Bällen getroffen werden kann.

Crossgolf in seiner Ursprungsform wurde von Schäfern in Schottland erfunden, die querfeldein ihre Ziele suchten, ehe 1754 der erste Golfclub der Welt in St. Andrews eröffnetwurde. Als ein moderner Crossgolf-Pionier kann der Astronaut Alan Shepard betrachtet werden, der im Jahr 1971 den ersten Golfball auf dem Mond geschlagen hat. In Deutschland gilt ein gewisser Torsten Schilling als Wegbereiter der „Natural Born Golfers“, wie sich die X-Golfer auch nennen. Er begann in den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zwischen verlassenen Bürotürmen in Hamburg Golfschläge zu üben und legte damit den Grundstein für eine Trendsportart, deren Popularität vor allem bei der Jugend stetig im Steigen ist.

Trotz der Ungezwungenheit, die diese Sportart auszeichnet, wurden auch beim Crossgolfen bereits große Turniere ausgetragen. Beim Stadtgolfturnier in London spielten sogar auch Prominente und Profigolfer mit. Dabei wurden Golfbälle durch Straßen, auf Treppen, in Hinterhöfen und in U-Bahnstationen der britischen Metropole gejagt. In Deutschland gibt es mit den Firegolfer Crossgolf Open sowie dem NBG Cup zwei große Turniere dieser Art.

 

 

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