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© David Göttler

Kaltenbrunner kurz vor Dhaulagiri-Besteigung

Die Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner hat das Basislager des 8.167 Meter hohen Dhaulagiri erreicht. Die Oberösterreicherin hat sich bereits am Berg akklimatisiert, daher dürfte der Aufstieg bald bevorstehen. Die gelernte Krankenschwester hatte bereits im Vorjahr den Dhaulagiri in Nepal in Angriff genommen, eine Lawine stoppte damals jedoch die Expedition.

Mitte April hat Kaltenbrunner nach einem achttägigen Track durch kleine Dörfer, dichten Dschungel und enge Schluchten das Basislager des Dhaulagiri auf 4.700 m erreicht. Nach ein paar Tagen im Basecamp wurde mit der Höhenanpassung begonnen. Gemeinsam mit ihrem Bergsteigerkollegen David Göttler und zwei weiteren Freunden stieg die 37-Jährige zum French Pass auf. Dabei kam die Gruppe auch an der Gedenktafel der spanischen Bergsteiger Ricardo und Santiago vorbei, die im vorigen Jahr im Lager II am Dhaulagiri durch eine Lawine tödlich verunglückt waren. Kaltenbrunner hatte den Vorfall mit viel Glück überlebt.

Danach folgten wieder einige Tage im Basislager. Am 19. April brachen Kaltenbrunner und Göttler wieder auf, um einige Nächte in größerer Höhe zu verbringen. Die dritte Nacht wurde dabei auf 6.750 Meter Höhe verbracht. "Da vormittags meist starker Wind bläst, entschieden wir uns, schon nachts aufzubrechen. Der Aufstieg durch die mondhelle Nacht hatte etwas Mystisches, Einladendes. David und ich waren die Einzigen, die um diese Uhrzeit hier am Berg", berichtet die Alpinistin aus dem fernen Nepal.

Später passierte das Bergsteiger-Duo jene Stelle, an der im Vorjahr die tödliche Lawine abgegangen ist. "Wir hielten an, ich wollte nichts sagen. Dennoch hatte ich das Bedürfnis, David noch einmal den Vorgang zu schildern. Es war vollkommen still, nur Schnee und Eis, als wäre nie etwas geschehen", erzählt Kaltenbrunner.

Im Schutze eines großen Eisseracs wurde auf 6.750 m eine eiskalte Nacht verbracht. Im Basislager später wartete bereits der Expeditionskoch mit einem reichhaltigen Frühstück. Für die nächsten Tage ist ein Aufenthalt im Basislager geplant, um Kräfte für den bevorstehenden Aufstieg zu sammeln. "Bis jetzt verlief alles sehr positiv, der Dhaulagiri zeigt sich seit Tagen von seiner allerschönsten, sehr einladenden Seite", zeigt sich Kaltenbrunner optimistisch.

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