Das Projekt wurde 1999/2000 von der französischen Wandertourismus-Vereinigung ins Leben gerufen. Im Einklang mit der Alpenkonvention stehen die nachhaltige Entwicklung der Alpen und der sanfte Tourismus im Mittelpunkt. Insgesamt acht Staaten - Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Liechtenstein, Frankreich, Monaco und Slowenien - durchquert die „Via Alpina“. Sie führt den Wanderer von Meereshöhe hinauf auf über 3.000 Meter sowie durch neun Nationalparks, 17 Naturparks und 22 Naturschutzgebiete.
Die „Via Alpina“ umfasst fünf verschiedene Wanderrouten: Es gibt es den roten, grünen, gelben, blauen und den violetten Weg. Neue Strecken mussten für das Projekt nicht geschaffen werden, denn das Netzwerk setzt sich aus bereits bestehenden Wanderwegen zusammen, die allerdings noch einheitlich markiert werden mussten. Und zwar mit einem Emblem, das einen stilisierten Berg samt Adler darstellt. Dessen rechte Schwinge ist mit der jeweiligen Routenfarbe ausgefüllt.
Mit dem Weitwanderweg soll ein breites Publikum angesprochen werden, wenngleich eine gewisse Grundausdauer und Fitness vorhanden sein sollte. Die Streckenführung weist überall einen mittleren Schwierigkeitsgrad auf und vermeidet Kletterpassagen sowie Gletscherüberquerungen. Pro Tagesetappe findet der Wanderer Verpflegungs- und Unterkunftsstellen (Schutzhütten, auch Zelten ist möglich). Durch die „Via Alpina“ sollen zudem die Begegnung der Völker, Traditionen, Handwerk und Lebensart der einzelnen Länder gefördert werden.
Der „Rote Weg“ bildet die Hauptroute und führt durch alle acht Alpenländer von Triest nach Monaco. Hier kann man jeden Tag acht Stunden trekken und braucht dennoch fünf Monate für die gesamte Strecke, die 161 Etappen aufweist. Der Weg führt von der Adria nach Slowenien (Julische Alpen), über die Karawanken nach Österreich sowie entlang der Grenze zu Italien (Dolomiten). Weiter geht es u.a. durch das Zillertal, das Karwendel zum Wetterstein zwischen Tirol und Bayern. Es folgen Märsche durch die Lechtaler Alpen, das Allgäu, Silvretta, ins Schweizer Tessin, Walliser und Berner Alpen, nach Frankreich zum Mont Blanc und nach Italien durch das Aostatal, die Seealpen und die Ligurischen Alpen.
Sehr beliebt ist auch der „Violette Weg“ durch die Ostalpen zwischen Slowenien, der Steiermark, dem Dachstein, durch die Salzburger, Berchtesgadener und Ammergauer Alpen mit dem Ziel Allgäu. Die gelbe Variante verbindet die Kalkmassive des Südens (Julische Alpen, Dolomiten) mit denen des Nordens (Allgäu) und überquert den Alpenhauptkamm. Es geht damit durch die Welt des „Ötzi“.
Die blaue Route führt durch die Schweiz, Italien und Frankreich. Hier beeindruckt v.a. die einmalige Landschaft des Nationalparks Gran Paradiso. Am kürzesten ist der „Grüne Weg“ mit 13 Tagesetappen durch das Berner Oberland.
Infos unter http://www.via-alpina.com