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Österreich-Rundfahrt rollt zum 60. Mal durchs Land
APA (Klaus Titzer)

Österreich-Rundfahrt rollt zum 60. Mal durchs Land

„Heyhey – Heyheyheyhhhh - Heyhey – Heyheyheyhhhh!“ – jeder heimische Radsportfan kennt diese legendäre Signation des ORF-Sport. Sie ist alljährlich zu vernehmen, wenn die Österreich-Rundfahrt durchs Land rollt. Die heurige Auflage dieser traditionsreichen Sportveranstaltung stellt ein Jubiläum dar, denn die „Tour d’Autriche“ findet zum 60. Mal statt. 1.081,9 Kilometer gilt es ab kommendem Sonntag (6. Juli) zu absolvieren, ehe am 13. Juli vor dem Wiener Rathaus der Gesamtsieger geehrt wird.

Zum dritten Mal zählt die Rundfahrt zur „Hors-Kategorie“, also zu den höchst-eingestuften Touren im Europa-Kalender. Und in diesem Jahr macht so manch klingender Name der internationalen Radsport-Elite auch das Teilnehmerfeld der Ö-Tour zu einem außergewöhnlich starken. Mit dem Italiener Paolo Bettini ist erstmals der regierende Straßen-Weltmeister am Start, daher gibt es zum ersten Mal bei der Österreich-Rundfahrt das Regenbogen-Trikot zu sehen. Damit nicht genug, steht mit Paolo Savoldelli auch erstmals ein Sieger des Giro d’Italia (2002 und 2005) am Start.

Auch der belgische Ex-Weltmeister Tom Boonen wird in Österreich in die Pedale treten, nachdem er wegen des Nachweises von Kokain-Konsum von der ebenfalls dieses Wochenende beginnenden Tour de France ausgeladen wurde. Weitere Top-Stars im Peloton der Österreich-Rundfahrt sind der italienische Klassiker-Spezialist Davide Rebellin sowie der russische Astana-Fahrer Wladimir Gusew.

Während Bettini, Boonen und Rebellin angesichts der schweren Berge im Tour-Programm wohl eher für Etappensiege in Frage kommen, zählen Savoldelli, Gusew und dessen slowenischer Teamkollege Janez Brajkovic zum engsten Favoritenkreis auf den Gesamtsieg. Für Astana wird übrigens auch der Burgenländer Rene Haselbacher in die Pedale treten. Er peilt seinen ersten Etappensieg an.

Hoffnungen in Sachen Gesamtwertung macht man sich auch beim heimischen Team Elk Simplon: „In den vergangenen beiden Jahren haben wir die Endplätze drei bzw. zwei belegt, der Rundfahrt-Sieg wäre also die einzig mögliche Steigerung“, meinte Elk-Teamchef Bernhard Rassinger wenige Tage vor Tour-Beginn. „Es wird aber sehr, sehr schwer. Angesichts der hochkarätigen internationalen Konkurrenz muss für ein Team wie uns wirklich alles passen, will man am Schluss ganz oben stehen. Die Vorbereitungen laufen jedenfalls auf Hochtouren und mit Thomas Rohregger, Gerhard Trampusch und Markus Eibegger haben wir drei Mann, die vorne mitfahren können“, erklärte der WM-Medaillengewinner von 1987.

Für einen möglichen Gesamtsieg eines seiner Schützlinge sieht Rassinger nur ein Rezept: „Du musst am Kitzbüheler Horn die Etappe gewinnen und von da weg mit voller Unterstützung des Teams das Gelbe Trikot verteidigen. Außerdem müsste dabei ein Vorsprung von rund eineinhalb Minuten herausgefahren werden, damit es für das Zeitfahren am vorletzten Tag reicht.“ Als Haupt-Konkurrenten sieht der Teamchef das stark besetzte LPR-Team, das neben Savoldelli u.a. auch den Italiener Gabriele Bosisio, Etappensieger beim diesjährigen Giro, den Slowenen Jure Golcer und den Ukrainer Ruslan Pidgornij auf die Straßen durch Österreich schickt.

Erstmals rollt der Tour-Tross heuer übrigens an den ersten zwei Tagen im Ausland. Der Prolog am 6. Juli findet im Südtiroler Klausen statt. Tags darauf führt die erste Etappe von dort nicht wie ursprünglich geplant nach Cortina d’Ampezzo, sondern nach Toblach. Auf der zweiten Etappe geht es dann nach Österreich und dabei gleich so richtig in die Berge. Das Kitzbüheler Horn ist das Ziel dieses Abschnitts, am nächsten Tag wird im Rahmen der Etappe nach Prägraten am Großvenediger der Glocknerkönig ermittelt.

Danach folgen zwei Flachetappen – von Lienz nach Wolsfberg bzw. von Wiener Neustadt nach Bad Vöslau – ehe am 12. Juli mit der Vorentscheidung zu rechnen ist. Da nämlich findet in Podersdorf am Neusiedler See das 25,9 Kilometer lange Einzelzeitfahren statt, nach welchem die Tour-Würfel gefallen sein sollten.

Die abschließende Etappe von Podersdorf nach Wien stellt im Normalfall die „Tour d’Honaire“ dar, es sollte nicht mehr mit Attacken auf das Gelbe Trikot zu rechnen sein. Was bei der Tour de France die Champs Elysées sind, ist bei der „Tour d’Autriche“ die Wiener Ringstraße. Sobald das Peloton die Bundeshauptstadt erreicht hat, geht es noch zehn Runden über den Ring, ehe sich vor dem Rathaus voraussichtlich ein Sprinter den Tagessieg sichert und sich der Rundfahrts-Sieger feiern lassen kann.

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