Ready for Nature Magazin - Outdoor & Survival

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Schlittenhunderennen

Der Hund - dein Freund und Helfer. Dieser Spruch lässt sich auch auf den winterlichen Wettkampfsport Schlittenhunderennen anwenden und erweitern. Denn der Vierbeiner ist das Herz dieser Sportart, während der Schlittenhundeführer, der so genannte Musher, das Gehirn darstellt. Diese Winterdisziplin ist mittlerweile auch in Österreich weit verbreitet.

Schlittenhunderennen basieren auf der besonderen Freundschaft zwischen Zwei- und Vierbeinern. Die pelzigen Dauerläufer suchen die Nähe zum Menschen und sind in ihrer ungestümen Wildheit doch stets verlässlicher Partner des Mushers. Eine gute Beziehung zwischen Mensch und Tier ist daher Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Gespann, denn immerhin ist der Lenker auf die Energie und Kraft seiner Freunde angewiesen.

 

Bei den Rennen sind spezielle Hunderassen am Start: die quirligen Sibirischen Huskies, die kraftstrotzenden Alaskan Malamutes, die geschmeidigen Samojede sowie die robusten Grönlandhunde. Die "Formel 1" unter den Schlittenhunden, die wegen ihrer Schnelligkeit auch in Extra-Rennen gewertet werden, sind die Alaskan Huskies. Hier wurden zu den nordischen Rassen schnelle Jagdhunde "hineingezüchtet". Das Ergebnis sind zumeist schlappohrige, muskelbepackte, langbeinige Extremläufer.

 

So unterschiedlich wie die Hunderassen sind auch die Wettbewerbsklassen. Von Vierer- über Sechser- und Achter- bis hin zu Zwölfer-Gespannen reicht die Bandbreite der jeweiligen Teamgröße. Als Königsdisziplin gilt die Kategorie O. Hier werden mehr als acht Hunde eingespannt. Ein wenig anders verhält es sich mit der Pulka-Klasse, in der ein bis drei Hunde starten. Die Tiere ziehen im Gänsemarsch einen kleinen Gleitschlitten, an dem ein Langläufer per Seil "befestigt" ist. Der Musher folgt im Skating-Stil. Die Renndistanzen reichen von sechs bis mehr als 30 Kilometer.

 

Die Gespanne erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 40 Kilometern in der Stunde. Der Musher lenkt seine vierbeinigen Teamkollegen und reguliert das Tempo ausschließlich mit der Stimme. An der Spitze laufen ein bis zwei Leithunde, die im Idealfall immer ein offenes Ohr für die Anweisungen ihres Mushers haben. Die anderen Hunde unterliegen dem Rudelverhalten und folgen den Leittieren. Zwangsmittel wie Peitschen sind strikt verboten. Die "Rennkleidung" der Hunde besteht aus einem speziellen Zuggeschirr, das dem jeweiligen vierbeinigen Athleten angepasst wird.

 

Den historischen Durchbruch schafften die Schlittenhunde Ende des 18. Jahrhunderts, als in Alaska das Goldfieber ausbrach. Eine atemberaubende Legende aus dieser Zeit wird heute noch jedes Jahr mit dem berühmtesten und härtesten aller Schlittenhunderennen gefeiert: dem Iditarod-Trail. Auf der 1.860 Kilometer langen Strecke zwischen Anchorage über Iditarod nach Nome wurde früher Gold mit Hundeschlitten befördert. Seit 1973 wird jährlich in Gedenken an diese Zeit das Iditarod-Rennen ausgetragen. Das Siegerteam schafft die Strecke mittlerweile in weniger als zehn Tagen.

 

Schlittenhunderennen gibt es jedoch nicht nur in Nordamerika - im Winter treffen sich die Freunde dieses Sports auch in den Alpen. Berühmtberüchtigt ist mittlerweile der so genannte Alpentrail in den Schweizer und Südtiroler Alpen, ein mehr als 300 Kilometer langes Etappenrennen, das an die 5.000 Höhenmeter aufweist. Auch in Österreich ist der Sport, der hierzulande von mehreren Hundert Athleten ausgeübt wird, weit verbreitet. Die Alpenrepublik hat sich insbesondere als Austragungsort von internationalen Wettkämpfen bereits einen Namen gemacht. So fanden 2001 im niederösterreichischen Annaberg und 2002 im Salzburger Werfenweng Weltmeisterschaften statt.

 

 

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