Ready for Nature Magazin - Wassersport

Nur nicht im Trüben tauchen
© APA (epa)

Nur nicht im Trüben tauchen

Österreichs Seen sind nicht die hellsten, doch für eine Sportart sind sie bestens geeignet: Orientierungstauchen. Dieses verbindet Elemente zweier bekannter Sportarten – Orientierungslauf und Tauchen. Damit ist beim Sportler nicht nur eine gute Orientierung und Koordinationsfähigkeit notwendig, sondern auch eine gute Kondition. Verbreitet ist der Sport vor allem in Osteuropa, aber auch in Frankreich, Spanien, Italien und Österreich.

Entstanden ist Orientierungstauchen in der ehemaligen Sowjetunion, wo bereits in den 1950er-Jahren die ersten Wettkämpfe stattfanden. Außerhalb von Osteuropa wurden in Italien und Österreich die ersten Veranstaltungen dieser Sportart ausgerichtet. 1962 tauchten die Wassersportler im Wörthersee zum ersten Mal in Österreich um die Wette, bereits ein Jahr vorher war der Lago Maggiore in Italien dran.

Besonders zuschauertauglich präsentiert sich das Orientierungstauchen nicht, findet doch die hauptsächliche Aktion unter Wasser statt. Lediglich eine am Körper des Tauchers befestigte Boje macht die Position des Sportlers an der Wasseroberfläche sichtbar. Ausgeübt wird die Sportart im freien Gewässer. Der Taucher ist mit Maske, Flossen (normalerweise Monoflossen aus Fiberglas), Körperboje und Pressluftgerät - auf dem sich ein Kompass und ein Streckenzähler befindet - ausgestattet. Das Gerät schiebt er vor sich her.

Ziel ist es, so schnell wie möglich einen Parcours von Bojen zu absolvieren. Mit einem Vermessungswerkzeug legt der Taucher eine Karte mit diesen Punkten an. Der Kurs besteht zumeist aus fünf Markierungen und einer Länge von etwa 650 Metern. Der Taucher schwimmt dann seinen notierten Kurs. Trifft er auf eine der Bojen, so zieht der Wassersportler kurz daran, um der Wettkampfleitung den Fund anzuzeigen. Schafft der Orientierungstaucher dies nicht innerhalb einer bestimmten Limitzeit oder taucht er auf, so wird er disqualifiziert. Eine Variante stellt die Wende dar, bei der der verankerte Schwimmkörper auf der richtigen Seite umrundet werden muss.

Nachdem die Confederation Mondiale Des Activites Subaquatiques (CMAS) die junge Sportart anerkannt hatte, fanden die ersten Orientierungstauchen-Europameisterschaften 1967 im Lago Maggiore statt. Gestartet wurde in den Disziplinen M-Kurs im Einzel und 2x1.150 Meter in Dreierteams.

Beim M-Kurs müssen drei in M-Form gesetzte Markierungen, die unter Wasser nicht sichtbar sind, jeweils auf der richtigen Seite umrundet und das Ziel möglichst genau erreicht werden. Gewertet werden Zeit und Zielabweichung. Beim 5-Punkte-Kurs sind fünf Bojen schnellstmöglich in der richtigen Reihenfolge unter Wasser zu absolvieren.

Der Sternkurs stellt eine Kombination der vorigen Parcours dar. Hier müssen fünf Bojen umrundet sowie weitere fünf Markierungen getroffen werden. Der MONK-Bewerb (Mannschafts-Orientierung Nach Karte) wird von zwei Tauchern bestritten, die fünf nur unter Wasser sichtbare Schwimmkörper in kürzestmöglicher Zeit finden müssen. Dabei erhalten die beiden Starter erst kurz vor dem Start eine Karte mit den Markierungspunkten.

Im Mannschaftsbewerb sind vier Wassersportler von vier verschiedenen Startbojen unterwegs. Jeweils zwei Teammitglieder müssen sich an bestimmten Bojen treffen, um dann gemeinsam weiterzutauchen. Haben sich die beiden Paare dann bei einer weiteren Markierung getroffen, dann dürfen sie sich gemeinsam Richtung Ziel bewegen. Gewertet werden sowohl Zeit als auch Zielabweichung.

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