NEU IM SHOP!Sportarten30.11.08
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Ready for Nature Magazin - Golf![]() Ein steiler Berggipfel, großräumige Kellerbars und Segelboote am Neusiedler See - diese drei Orte haben eines gemeinsam: Sie eignen sich bestens für eine Runde Golf. Zumindest wenn es nach den Vorstellungen der Extrem-Golfer geht, die schon seit Jahren in ganz Österreich die ungewöhnlichsten Spielplätze für ihren Sport suchen. "Jeder hat einen Golfplatz vor der Haustüre", so der Gründer Alexander Fochler. Eine Idee, die aus Tirol „importiert“ wurde.
"Sehr gerne spiele ich am Ötscher die schwarze Piste hinunter", so Fochler über seinen Lieblings-Parcours. Golf sei einfach ein wunderschönes Spiel, im Club mit glattem, geradem Rasen allerdings so "lustig wie eine Lungenentzündung." Anders als in gewöhnlichen Vereinen mit elitärem Charme finden sich unter den Spielern sämtliche Berufsgruppen vom Straßenbahnfahrer bis zum Bankmitarbeiter. Auch das Alter reicht vom 15- bis zum 65-Jährigen.
Gespielt werde "zu Land und zur See", erläuterte Fochler. Der Gipfel des Großglockners, die Urania in Wien samt nahe gelegenem Park, Baustellen, Häfen und Steinbrüche habe er kurzfristig bereits zum Golfplatz umfunktioniert. Auch der Meeresboden in Kroatien wurde bereits zum Parcours: "Es war nicht sehr weit, aber sehr lustig", scherzte der Gründer über die Schlagweite unter Wasser.
Trotz der "Hindernisse", die diese ungewöhnlichen Orte mit sich brächten, sei der Sport nicht mit Mini-Golf vergleichbar, betonte Fochler. Je nach Örtlichkeit würden die Bälle 300 bis 400 Meter weit geschlagen. Auch die Regeln entsprächen weitgehend den "ehrwürdigen" Golf-Vorgaben.
Wie am Golfplatz werden für die Parcours fünf bis sechs Löcher aufgebaut, die mit Fahnen gekennzeichnet sind. Statt in eine Grube im Boden schlagen die Sportler die Bälle allerdings in einen Fahrradschlauch, der als Schlaufe gelegt eine Kuhle bildet. Das sei "schwieriger als echtes Golf", so Fochler. Er habe dabei schon so manche Männer weinen sehen. Wichtig sei auch die Ausrüstung: Indoor, zum Beispiel in Bars, werde nur mit sogenannten "Luftbällen" gespielt, die bei Treffern weniger schmerzen und schon bei leichten Abschlägen weit fliegen.
Die Idee, den Sport an derart ungewöhnliche Orte zu transportieren, ist laut Fochler übrigens nicht neu und lediglich eine Rückkehr zu den Ursprüngen: "Wir haben das schon vor 25 Jahren aus Tirol importiert", meinte er. In Seefeld wurde bereits damals auf Bergen spontan ein Golfplatz "gebaut". Erfunden worden sei Golf außerdem im 15. Jahrhundert auf Schottlands Schafweiden: Kleine federgefütterte Lederbälle wurden damals mit Holzschlägern in Erdlöcher gekickt.
Neben extremen Locations widmet sich Fochler mit seinen Mitspielern auch dem Umweltschutz: Im vergangenen Jahr habe er den Verein "zur Förderung des ökologischen Golfsports" gegründet, so der Sportler. Neben Extrem-Golf verbirgt sich dahinter ein weiterer klingender Name: "Cross Country Golf". Dank eigener Bälle aus Fischfutter darf man dabei auch in Naturschutzgebieten zum Schläger greifen.
Ziel beim Extrem-Golf sei übrigens nicht der Sieg, sondern ein gemeinsam verbrachter, schöner Tag. Dementsprechend sei auch die kulinarische Versorgung wichtig, so Fochler. Heurigenbänke samt Catering, Bier, Wein und natürlich Musik dürften daher nicht fehlen. Es gebe keine Gegner, nur Mitspieler. Neben den drei Siegern wird bei Turnieren daher auch der Letzte mit einem Preis ausgezeichnet.
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