Mit dem Esel von Innsbruck nach Rom!

Hallo,

 

mein Name ist Armin und zusammen mit meinem Esel Horstl begebe ich mich auf eine abenteuerliche Reise von Innsbruck nach Rom. Größtenteils auf einem Pilgerweg geht es über Bozen, Padua, Bologna und Perugia. Diese Reise ist eine tolle Möglichkeit, um der Hektik, die uns alle täglich begleitet, entgegenzuwirken und das Leben zu entschleunigen. Im Einklang mit der Natur und zusammen mit der Freundlichkeit der Menschen, die uns auf unserem Weg begegnen werden, werde ich euch über diesen Blog an unseren Erlebnissen teil haben lassen und hoffe so ein paar Momente schenken zu können, die vielleicht dem Einen oder Anderen eine kurze Auszeit zur eigenen Besinnung geben können. 

 

Viel Spaß beim Lesen! 

Euer Horstl und Armin

Rom, 13.09.2015

Wir haben es geschafft und sind überglücklich! Nun stehen wir am Petersplatz und genießen einfach diesen Moment. Viele tolle Eindrücke, nette Menschen, eine Menge an Strapazen und eine tolle Portion Abenteuer zierten diese Reise nach Rom. Aber ein tolles Gefühl es geschafft zu haben.

Ich hoffe es hat euch genauso gefreut meine Zeilen zu lesen, wie es mich hat sie zu schreiben?! Wir bedanken uns bei allen, die unsere Tour mit großer Neugier verfolgt haben und vielleicht konnten wir die/den Eine/Einen oder Andere/Anderen sogar dazu bewegen, mal über einige Dinge nachzudenken, wie wichtig es doch ist, zwischendurch auch mal den Wind aus den Segeln zu nehmen.

In diesem Sinne wünschen wir euch alles Gute, habt ein gute Zeit!

Euer Horstl und Armin.



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Farfa (1135 km), 11.09.2015

Hysterisches Gebell von allen Seiten - hundsnormal, würden nicht drei Golden Retriever pfeilschnell auf uns zurennen. Ein Besitzer ist nirgends in Sicht. Schon haben sie uns umstellt und knurren uns bedrohlich an. Angespornt von ihren jaulenden Artgenossen hinter den Gartenzäunen kommen sie immer näher. Ich nehme Horstl beim Halfter, Jürgen greift entschlossen zu seinem Stock. So knapp vor Rom brauchen wir keinen toten Hund.

 

 

Horstl bleibt wie immer seelenruhig, Hundegebell hört er täglich tausend Mal. Doch wehe dem Tier, das ihm von hinten zu nahe kommt. Dann werden seine Hufe zu todbringenden weiß-schwarzen Blitzen. Der Mops in Padua hatte Glück, der neugierige Fuchs im Apennin nicht. Sein zerschmetterter Kopf erscheint mir wieder vor Augen, als der erste Retriever auf Horstls Hinterteil zuläuft. "Weg!", ruft Jürgen und vertreibt das Tier mit dem Stock. Ich führe Horstl weiter, die Hunde folgen auf Schritt und Tritt. Immer wieder versucht einer von ihnen, zu ihm vorzudringen, immer wehrt Jürgen beharrlich ab. Warum können Hunde zur Begrüßung nicht einfach die Pfote geben? "Ciao Esel, ich bin der Bello - entschuldige bitte meine lauten Kameraden". Doch so bringt sie ihre Neugierde in Lebensgefahr.

 

"Pasta!", wie ein Peitschenknall fährt der Befehl den Hunden durch Mark und Bein. Sofort verstummen sie und stehen still. Eine rüstige ältere Dame kommt auf uns zu und legt ihren Tieren Leinen an. "Entschuldigt, ich habe wohl die Gartentüre offen gelassen", sagt sie verlegen. Dann sieht sie Horstl an und ihre Augen leuchten. "Che bello! Woher kommt ihr?".

"Aus Innsbruck". "Aus Innsbruck? Mamma mia! Das ist weit!".

 

Nachdem die Dame mit ihren Hunden gegangen ist, erinnere ich mich an eine ähnliche Unterhaltung, die ich vor Ewigkeiten am Brenner geführt habe. Nur damals war Rom noch weit.


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Spello (967 km), 04.09.2015

"Hey! Svegliatevi! Aufstehen!" - eine herrische Stimme reißt mich aus dem Schlaf. Der Morgen dämmert, die Wiese ist feucht vom Tau, ich starre verwirrt in das harte Gesicht eines Carabinieri. "Vietato! Verboten!", ruft  er und deutet auf Horstl, der in dem Moment Eseläpfel auf den Rasen fallen lässt. "Vietato!" - er zeigt auf Jürgen, meinen Kollegen, der mich seit ein paar Tagen begleitet und der sich gerade den Schlaf aus den Augen reibt. Er hat Recht. Verbotenerweise haben wir gestern Abend beschlossen, im Park zu schlafen und im Morgengrauen aufzubrechen. Nur haben wir nicht damit gerechnet, dass die hiesige Polizei schon um sechs Uhr früh auf Vagabundenjagd geht.


Bevor ich dem Carabinieri etwas entgegnen kann, herrscht er uns an, dass wir subito unsere Sachen packen sollen. Während ich eilig unter den Argusaugen des Staatsbeamten meinen Schlafsack zusammenrolle, denke ich über die mögliche Strafe nach: Mindestens 71 Euro stehen in Italien auf unerlaubtes Campieren. Doch wie sieht es mit landstreichenden Eseln aus? Werden die beschlagnahmt und versteigert wie zu schnelle Autos? Schon sehe ich Horstl auf dem Auktionstisch vor mir. "Verkauft! Das Tier geht an den schmierigen Kerl mit dem Eselschinderblick!". Mich schaudert es.


Hastig lege ich mit Jürgen den Sattel auf und mustere den Carabinieri. Stechender Blick, tadellose Adjustierung - dieser Mann ist mit der Pflicht verheiratet. Keine Chance, ihn zu beschwichtigen. Da kommt sein Kollege um die Ecke. Als er Horstl sieht, hellt sich sein Blick auf. "Che bello!", ruft er aus, geht auf Horstl zu und beginnt ihn zu streicheln. Horstl weiß, was er zu tun hat und blickt den Polizisten mit treuen Augen an. "Woher kommt ihr", fragt der Mann begeistert und während ich ihm von der Reise erzähle weiß ich, dass Horstl dem Auktionstisch entgangen ist. Der gestrenge Carabinieri muss ohnmächtig mitansehen, wie sein Kollege dem natürlichen Charme meines Esels verfällt. Als dieser Horstl ein letztes Mal liebevoll den Hals tätschelt und uns ein "Buon viaggio" wünscht, zwingt er sich zu einem sauren Lächeln.

 

 

Wir setzen unseren Weg fort. Lächelnd blicke ich auf Horstls Ohren, die er neugierig nach vorne gelegt hat. Es ist unglaublich, welche Emotionen dieser Esel in Menschen auslösen kann. Und es ist unglaublich, dass wir bald 1000 Kilometer zurückgelegt haben.


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Corniolo (710 km), 28.08.2015

Wieder eine Brücke. Beherzt darauf zugehen, nicht zurückschauen. Ich bin auf der Hälfte, als ich ein Ziehen an der Leine spüre. Horstl hat einen Huf auf die erste Planke gesetzt. Jetzt nicht nachlassen. Erleichtert höre ich das Klappern am Holz - es geht weiter. Heute darf uns nichts aufhalten, denn wir haben eine lange und anstrengende Etappe vor uns: Wir überqueren den Apennin. 1500 Höhenmeter gilt es zu bewältigen, für Horstl ist das eine große Herausforderung.


Der Weg ist ein steiler Pfad, aus dem die Pflastersteine einer alten Straße ragen. Horstl nimmt die Herausforderung an: Schneller als gewöhnlich arbeitet er sich aufwärts. Den Kopf knapp über dem Boden, die Ohren nach vorne - er sieht aus wie ein Jagdhund, der eine Fährte aufnimmt. Hin und wieder hält er inne, um sich eine geeignete Route zu suchen, dann gibt er wieder Gas.


Schnell atmend halte ich Schritt, während die Höhenmeter nur so schmelzen. Nach zwei Stunden ist das Ärgste geschafft. Wir sind am Pass angekommen, vor uns liegt die Toskana. Noch ist es nicht vorbei. Bis zum höchsten Punkt werden wir noch eine Weile brauchen, doch ab jetzt wird der Weg flacher und breiter.


Ein dichtes Blätterdach schützt uns vor der Sonne, sanfter Wind macht die heißen Temperaturen erträglicher. Vor uns raschelt es im Gebüsch. Eine Gruppe Wildschweinfrischlinge hat uns bemerkt und räumt das Feld. Zum Glück scheint die Sau nicht da zu sein.


Der Wald wird lichter und wir sehen einen Hügel. Das muss er sein. Der höchste Punkt der gesamten Reise! Rasch bringen wir die letzten Meter hinter uns. Der Ausblick ist berauschend. Ich blicke nach Osten, sehe das Mittelmeer und Rimini, sehe die Weiten, die wir schon durchschritten haben und die, die wir noch zu gehen haben. Einfach herrlich.


Horstls Schnauben reisst mich aus meiner sentimentalen Stimmung. Ungeduldig reibt er seinen Sattel an meiner Seite. Als ich ihn abnehme, kommt Bewegung in Horstl. Ausgelassen wälzt er sich am Boden als wüsste er, dass der anstrengendste Teil der Reise geschafft ist.


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Brisighella (620km), 20.08.2015

"Horstl! Komm jetzt, du stures Etwas!". Horstl reagiert nicht. Seit einer Stunde steht er vor der sichersten Brücke von ganz Brisighella und weigert sich mit beharrlichem Starrsinn, auch nur einen Huf darauf zu setzen. Er, der furchtlos die schmalen Stege des Caldonazzosees überquert hat. Wieder ziehe ich an der Leine, wieder blickt er mir trotzig ins Gesicht. Dieses Gesicht! Ich werde wahnsinnig, wenn er es macht. Dieses Gesicht ist der Grund, warum alle Esel dieser Welt als dumm und stur gelten. "Das stimmt nicht! Sie sind nur vorsichtig und sehr klug", würden Eselexperten aufschreien. Sie haben nicht in Horstl's Grimasse geblickt.

 

 

Wut kocht in mir hoch. Den ganzen Tag ist er brav marschiert, dass es eine Freude war. Warum jetzt? Warum hier? Noch ein Versuch! Wieder erfolglos.
Grimmig binde ich das Ende der Leine an das Brückengeländer und gehe flussaufwärts, um eine andere Überquerungsmöglichkeit zu finden. Insgeheim hoffe ich, dass ein Blitz aus den aufziehenden Gewitterwolken auf Horstl herabfährt.

Nach einer Weile finde ich eine schmale Furt. Vor der Reise haben wir oft geübt, durch das Wasser zu gehen allerdings auch das Überqueren von Brücken. Versuchen muss ich es trotzdem. Als ich zurückkomme, steht Horstl mitten auf der Brücke und schnuppert an den Futtertaschen, die ich ihm zuvor abgenommen habe. Das darf doch nicht wahr sein! Da hat mich dieses hinterhältige Tier tatsächlich zum Narren gehalten. "Noch bekommst du gar nichts, Frechdachs!", schnauze ich ihn erleichtert an, während ich ihn bepacke.

Wir überqueren die Brücke problemlos. Jetzt heißt es schnell weitergehen die
Wolken sehen bedrohlich aus. Plötzlich hält ein Auto neben uns und zwei hübsche Italienerinnen lachen aus dem Fenster. "Jetzt sehen wir euch schon zum zweiten Mal. Habt ihr Lust, zu unserer Grillparty zu kommen?", fragt die blonde Fahrerin kokett. Danke Horstl, du klügster aller Esel!


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Rovigo, 13.08.2015


Randale in Rovigo!


Horstl unchained! Beinahe, denn noch klammere ich mich mit der Kraft der Verzweiflung an die Leine, während Horstl mich panisch durch die Straßen von Rovigo schleift. Zusammen mit dem verdammten Drahtesel, der sich in dem verdammten Heusack auf seinem verdammten Sattel verfangen hat. Unentwegt scheppert es, was Horstl noch mehr in Panik versetzt.


Kaum zu glauben, dass dieser kleine Esel solche Kräfte entfesseln kann. Nur nicht loslassen. Ich ignoriere den Mistkübel, der mir ins Gesicht fliegt, zum Teufel mit den Kieselsteinen, die durch die Luft spritzen. Wenn Horstl jetzt auf die Straße rennt, ist alles vorbei.

Eine Behindertenrampe verfängt sich im Fahrrad und ritzt Kerben in den Gehsteig. Gerade als ich mit der Reise abschließen will, steht Horstl still.Ein mutiger Italiener hat Horstl am Halfter erwischt und sich vor ihm aufgebaut. Jetzt schnell reagieren. Ich springe auf und nehme Horstl behutsam den Sattel ab, bevor ich ihn an einer Stange anbinde. Beruhigend tätschle ich seine Flanke und suche nach Verletzungen. Bis auf eine kleine Wunde am Kinn ist er zum Glück heilgeblieben.

Um uns herum hat sich eine große Menschentraube versammelt. Die Besitzerin des Unglücksfahhrads sieht sich ihr Eigentum an - bis auf die verbogene Lenkstange ist auch dem Rad nichts passiert. "Wie kann ich den Schaden wieder gut machen?", frage ich, noch leicht in Schockstarre. Milde lächelnd winkt sie ab und schiebt ihren Drahtesel von dannen. Mein Esel hat sich mittlerweile beruhigt, wie ich erleichtert feststelle."

Lassen Sie mich durch, ich bin Tierarzt", tönt eine tiefe Stimme. Ein wohlgenährter Mann tritt aus der Menge, zeigt mir beiläufig seinen Ausweis und fängt an, Horstl zu untersuchen: Maul, Augen, Rücken, Hufe. Nach einer Minute räuspert er sich und sagt auf Deutsch zu mir: "Alles Schnafte!".

"Schnafte?"

"Alles gut. Ihr Esel hat den Unfall unbeschadet überstanden."

Wir unterhalten uns noch etwas über Horstls Ess- und Schlafgewohnheiten, während ich Horstl vorsichtig den Sattel auflege. Nachdem das geschafft ist, will ich das Chaos auf dem Gehsteig beseitigen. "Nessuna necessità di" - "Nicht nötig", sagen die Anwesenden und wünschen uns eine gute Weiterreise. Ohne Heusack.

Mittlerweile haben wir Bologna durchquert und sind wieder in hügeligen Gefilden.
Alles schnafte!



Horstl und ich in Settefonti


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Monselice, 06.08.2015

Mittlerweile sind wir wieder im Zeitplan. Dank der vielen Vitamine konnten wir den Rückstand wieder aufholen.



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Rossano, 03.08.2015

"Un'altra birra per voi!", ruft Diego euphorisch und drückt mir eine Flasche Krombacher in die Hand. Michael sieht mich vorwurfsvoll an und deutet auf die Uhr. Doch wie sollte ich nein sagen? Die Straße flimmert vor Hitze und ich sitze mit Horstl und Michael im Schatten der gemütlichsten Laube der Poebene. Problem: Es ist das siebte Bier. Zehn Kilometer wollten wir heute noch schaffen, aber immer wieder kommen Bekannte von Diego in den Garten, um Horstl zu fotografieren. Fast jeder nimmt Bier mit. "Hai bisogno di vitamine, ragazzi" "Ihr braucht Vitamine, Jungs", sagen sie und wir müssen uns wohl oder übel eingestehen, dass dem so ist. Jeden Tag Wasser und Couscous mögen zwar gegen Hunger und Durst helfen, mehr aber auch nicht.


Diego scheint seine Freude daran zu haben, uns gesünder zu ernähren. Vor etwa zwei Stunden hat er uns auf dem Gehsteig erblickt und uns in seinen Garten eingeladen. Gras und Wasser für Horstl, eine Dusche für Michael und mich. Und als ich frisch gewaschen in den Garten kam, standen dort volle Biergläser und ein lächelnder Diego, der Horstl mit altem Brot fütterte.

"Ergo bibamus!", dachte ich mir, nicht ahnend, dass ich so gut versorgt würde.
Wir stoßen an, das Bier schmeckt hervorragend. Verstohlen blicke ich zu Horstl, der seinen Wasserkübel kaum angerührt hat. Genügsam wie ein Esel müsste man sein. Doch was soll's, wären wir nicht bei Diego gelandet, hätten wir auf irgendeinem Feld pausiert. Das Wasser wäre uns ausgegangen, der Vitaminhaushalt gesunken und Horstl wäre nicht von Flavia, Diego's Tochter, so gut umsorgt worden. Doch wie sollen wir unser Tagesziel noch erreichen, wenn es so weitergeht?

Es scheint, als hätte auch Michael seine heutige Rolle als moralische Instanz vergessen, er scherzt ausgelassen mit Flavia. Obendrein kommt Diego mit einem neuen Bier und meint augenzwinkernd: "Schlaft doch heute bei uns. Morgen ist auch noch ein Tag!". "Vielen Dank, lieber Diego, aber wir müssen jetzt weiter die
Pilgerpflicht ruft", hätte ich sagen sollen...


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Caldonazzosee, 29.07.2015

227 Kilometer trennen uns bereits von Innsbruck. Horstl wälzt sich am Ufer
und genießt die Wanderpause. Heute haben wir für längere Zeit den letzten steilen Weg bezwungen: Von Trient über den Passo Cimirlo waren es gute 540 Höhenmeter, dafür wurden wir mit einem schönen Ausblick auf das Valsuganatal belohnt.


Die nächsten Tage führt unser Weg an Primolano und Bassano del Grappa vorbei, bis es in die Poebene geht. Uns stünden dort eintönige Touren bevor, wäre nicht letzten Samstag in Bozen Gesellschaft zu uns gestoßen. Mein guter Freund Michael Nagele hat sich dazu entschlossen, in seinen Ferien einen Teil mitzuwandern. Neben guter Unterhaltung sorgt er dafür, dass Einkäufe oder die Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten um Vieles einfacher werden.

Mit der Herbergssuche hatten wir wieder Glück, der bisherige Höhepunkt war ein alter Bauernhof neben dem Kalterer See, umgeben von Weingärten und Apfelbäumen. Im Kupferkessel köchelte ein köstlicher Eintopf, während Horstl zwischen den Reben döste. Danke für diesen wunderbaren Abend an den Gastgeber und meine Kollegen, die dieses Mahl zubereitet haben.

Gestärkt traten wir am nächsten Tag den Weg durch das Etschtal nach Trient an. Flach, Kiesboden ganz nach Horstls Geschmack. In einem Weinfeld unter der Salurner Klause verbrachten wir die Nacht, wissend, dass wir bald die Sprachgrenze überschreiten würden. Bis jetzt ist uns auch von italienischsprachiger Seite nur Gutes widerfahren und ich habe das Gefühl, dass dem so bleibt.


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Povo, 28.07.2015

Povo - ein kleines Dorf kurz nach Trient. Hier verbringen wir die heutige Nacht nach einem anstrengenden Tag. 35 Kilometer sind wir heute marschiert. Horstl war grandios. Nachdem ich ihm in Salurn einen Sack voll Gerste gekauft habe, hat er ungeahnte Kräfte entwickelt. Übernachten konnten wir dort in einem Weinfeld, ein freundlicher Bauer hat uns mit Wasser und Karotten versorgt, sodass es uns an nichts fehlte.

Horstl ruht sich aus


Der Marsch durch das wunderschöne Etschtal ging zügig voran. Vorbei an romantischen Ortschaften wie Pressano, einem kleinen Dorf, das vor italienischem Flair nur so strotzt, aber auch durch die Straßen von Nordtrient, die sehr stark befahren sind. In Trient angekommen lernten wir drei Studentinnen kennen, die uns den Weg nach Povo wiesen.

Auf halbem Weg - wir hatten gerade eine steile Straße erklommen - lud uns der Wirt eines kleinen Restaurants zu einem köstlichen Essen ein, nur um uns gleich darauf einen Schlafplatz anzubieten. Ein Hoch auf die italienische Gastfreundschaft!

Morgen geht es über den Passo Cimirlo an den Levicosee.
Horstl hat sich eine kleine Abkühlung mehr als verdient.






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Vahrn, 22.07.2015

Draußen donnert es. Immer wieder prasseln Regenschauer auf das Dach der Traktorengarage, in der Horstl und ich übernachten. Der Vahrner Bauer hat uns Heu und Wasser bereitgestellt, Horstl stillt seinen Hunger. Brav ist er die letzten Tage marschiert: Seit Samstagabend haben wir 94 Kilometer zurückgelegt. Von Innsbruck bis Vahrn bei Brixen.


Rom ist zwar noch weit, aber die letzten Tage haben gezeigt, dass wir es schaffen können, das Ziel zu erreichen. Bis auf ein paar Meinungsverschiedenheiten, das Tempo betreffend, haben wir eine gewisse Routine entwickelt. Aufstehen um fünf Uhr, eine Stunde später Abmarsch. Die erste Hälfte der Etappe erledigen wir bis Mittag, danach Pause im Schatten bis vier Uhr nachmittags, dann weiter. Bis jetzt konnten wir noch immer ein Quartier finden. Vom Holzschuppen über eine Lagerhalle, bis hin zur komfortablen Koppel - eingeregnet wurde noch keiner von uns.

An dieser Stelle möchte ich allen Gastgebern für die freundliche Aufnahme danken!

Horstl hat sich mittlerweile an den Sattel gewöhnt und trägt seine 15 Kilo mit Gelassenheit. Nur wenn es steil bergab geht, wäre er gerne schneller. Wer ein Pferd hat, kennt dieses Problem: Es ist nicht leicht, ein Tier zu stoppen, das eine gewisse Strecke so rasch wie möglich hinter sich bringen will.

Gelassen reagiert Horstl auch bei bellenden Hunden. Es hat etwas Amüsantes, wenn ein Schäferhund lauthals seine Meinung kundtut und Horstl ihn nicht eines Blickes würdigt. Esel sind keine Fluchttiere - deswegen waren sie früher als Wachen für Schafherden im Einsatz. Wehe dem Wolf, der ihre Hufe zu spüren bekam. So sagt man jedenfalls. Ich zweifle immer daran, wenn eine Maus oder gar ein Frosch am Weg Geräusche machen und Horstl panisch davonlaufen will. Obwohl er sich schnell beruhigt ist es immer wichtig, den Führstrick mit einer Hand festzuhalten.

Morgen führt unsere Reise über den "Keschtnweg" durch Weinberge und sonnige Höhen nach Klausen. Eine kürzere Etappe, die mit Sicherheit eine der schönsten unserer Wanderung wird.

 



Horstl und ich vor der Abreise in Innsbruck



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